Medienberichte
Türkei bereit zur Aufnahme von Muslimbrüdern

Mehrere führende Mitglieder der ägyptischen Muslimbrüder müssen ihr Exil in Katar verlassen, weil sich das Emirat wieder an Saudi-Arabien angenährt hat. Zuflucht könnten sie in der Türkei finden.
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IstanbulDie Türkei ist Medienberichten zufolge zur Aufnahme führender ägyptischer Muslimbrüder bereit. Die Mitglieder der in Ägypten verbotenen islamistischen Organisation hatten zuvor angekündigt, sie wollten ihr Exil in Katar verlassen. „Wenn es keinen Hinderungsgrund gibt, können sie wie andere Ausländer auch als Gäste in unser Land einreisen“, zitierte die Zeitung „Cumhuriyet“ am Dienstag den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan. Erdogan sprach auf einem Rückflug von Doha am Montagabend mit türkischen Journalisten.

Sieben führende Muslimbrüder hatten am Wochenende angekündigt, Katar zu verlassen. Als Grund gaben sie wachsenden Druck anderer arabischer Staaten wie Ägypten an. Dort ist die Muslimbruderschaft seit Dezember verboten. Nach dem Sturz des islamistischen ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi im Juli 2013 flüchteten zahlreiche Muslimbrüder nach Katar. Die Türkei hatte den Sturz Mursis durch das Militär scharf verurteilt.

Die überregionale arabische Tageszeitung „Al-Hayat“ berichtete am Dienstag, neben den bisher genannten sieben Personen wollten 200 weitere Islamisten innerhalb der nächsten Wochen das Emirat verlassen. Dabei handele es sich um Mitglieder der Muslimbrüder und der radikal-islamischen Al-Gamaa Al-Islamija.

Der Druck auf die Islamisten in Katar ist gestiegen, nachdem sich das Emirat wieder an Saudi-Arabien angenährt hatte. Die Regierung in Riad und andere Golfstaaten hatten Katar vorgeworfen, Islamisten zu fördern und insbesondere die ägyptischen Muslimbrüder zu unterstützen. Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain zogen deshalb ihre Botschafter aus Doha ab.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Ich gehe doch davon aus, daß eigene Staatsangehörige, von der Türkei, in Zukunft auch zurückgenommen werden.

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