Medwedew in Israel
„Der Terror bedroht die ganze Welt“

Zwischen Russland und den USA herrschten zuletzt wachsende Spannungen. Israels Regierungschef Netanjahu wünscht sich eine Kooperation – im Kampf gegen einen gemeinsamen Feind.

JerusalemIsraels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat sich für einen gemeinsamen Kampf Russlands und der USA mit anderen Partnern gegen den militanten Islam ausgesprochen. „Israel, Russland, die USA und viele andere Länder haben das gemeinsame Ziel, (die Terrormiliz) Islamischer Staat zu zerstören“, sagte Netanjahu am Donnerstag bei einem Treffen mit seinem russischen Amtskollegen Dmitri Medwedew in Jerusalem. „Der Terror bedroht die ganze Welt, aber in Ihrer Region ist er besonders zu spüren“, sagte Medwedew seinem Gastgeber.

Medwedew betonte, Israel sei in wirtschaftlichen Fragen zentraler Partner in der Region. Beide Länder unterzeichneten am Donnerstag vier Abkommen in den Bereichen Landwirtschaft, Zollvereinbarungen, High-Tech und Wohnungsbau. Medwedew besuchte bei Tel Aviv auch ein Zentrum für Agrarforschung, um sich über innovative Technologien im Bereich der Landwirtschaft zu informieren. Er war am Mittwochabend zu einem Besuch Israels und der Palästinensergebiete eingetroffen. Medwedew fuhr zuerst zur Klagemauer in Jerusalem.

Der russische Einfluss in Nahost wird nach den Worten des israelischen Präsidenten Reuven Rivlin immer stärker. „Russland hat immer eine wichtige Rolle in unserer Region gespielt und heute mehr denn je zuvor“, sagte Rivlin bei einem Treffen mit Medwedew. Dieser sprach von einer „engen Freundschaft zwischen unseren Ländern und gemeinsamen Herausforderungen, die wir zusammen lösen müssen.“

Angesichts einer Abkühlung in den Beziehungen zu seinen engsten Verbündeten, USA und Europäischer Union, hatte Israel zuletzt eine Annäherung an Russland gesucht. Überschattet werden die Beziehungen durch Russlands enge Verbindungen mit Syrien und dem Iran, die beide mit Israel verfeindet sind.

Netanjahu betonte, Israel sei fest entschlossen, den Iran am Bau einer Atombombe zu hindern. Außerdem dürfe es Teheran nicht erlaubt werden, sich dauerhaft mithilfe schiitischer Milizen militärisch in Syrien zu etablieren.

Nach einem Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem ist am Freitag in Jericho ein Gespräch Medwedews mit dem Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas geplant. Es gab in den letzten Monaten Bemühungen, ein Treffen zwischen Netanjahu und Abbas in Moskau zu organisieren.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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