Medwedjew zu Deutschland Russland lockt die deutsche Wirtschaft

Der russische Premier Medwedjew fordert, die EU-Sanktionen zu beenden, nennt die Ukraine ein Problemland und spricht sich für die neue Ostsee-Pipeline aus. Für die deutsche Wirtschaft hat er eine klare Botschaft.
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Premierminister Dmitri Medwedjew will die wirtschaftlichen Beziehungen mit der EU wieder aufnehmen und fordert ein Ende der EU-Sanktionen. Quelle: ap
Dmitri Medwedjew

Premierminister Dmitri Medwedjew will die wirtschaftlichen Beziehungen mit der EU wieder aufnehmen und fordert ein Ende der EU-Sanktionen.

(Foto: ap)

MoskauRusslands Premierminister Dmitri Medwedjew will die Beziehungen zur deutschen Wirtschaft wieder deutlich intensivieren. Dazu trifft sich der Regierungschef am Samstag zu einem Business-Frühstück mit führenden Vertretern deutscher Unternehmen am Rande der Münchener Sicherheitskonferenz. „Ich werde auch eine Gruppe russischer Geschäftsleute mitbringen, wir werden über die Wiederherstellung der Wirtschafts-Kooperation sprechen“, sagte Medwedjew dem Handelsblatt in Moskau. Die deutsche Seite sei ebenfalls sehr interessiert an einer Neuauflage der Zusammenarbeit.

Medwedjew trifft in München Vertreter des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft. Und seine Erfahrung mit deutschen Unternehmen sei, das sagten „unsere Partner, sogar viele Freunde, die öffentlich aus verständlichen Gründen keine Stellung beziehen können: Möge das alles schnell enden. Das alles schadet. Wir verstehen nicht, wozu Sanktionen und bilaterale Spannungen weiter anhielten“. Der Regierungschef hält die deutsch-russischen Beziehungen momentan für „krank“. Aber sie könnten behandelt werden. „Die Behandlung ist in der Tat sehr einfach: die Wiederherstellung des Dialogs und des Vertrauens. Das Business vertraut einander.“ Gut sei, dass „die Zahl der Gemeinschaftsunternehmen fast nicht gesunken“ sei.

„Leider ist der Handelsumsatz zwischen Russland und Deutschland um 40 Prozent zurückgegangen, mit der Europäischen Union sogar fast um 50 Prozent“, sagte Medwedjew. Aber das Interesse an weiterem Handel und Gemeinschaftsprojekten sei auf beiden Seiten vorhanden. Die deutsche Seite bei dem Treffen wird angeführt vom neuen Vorsitzenden des Ost-Ausschusses, Linde-Vorstandschef Wolfgang Büchele.

Russland besteht aber weiter ganz klar darauf, dass die Sanktionen seitens der EU beendet werden müssten. Ein Entgegenkommen Moskaus, etwa durch einseitige Abschaffung der als Antwort auf die Sanktionen verhängten Lebensmittelimporte aus Europa, schloss Medwedjew aus: „Wir warten auf den ersten Schritt von unseren Kollegen von der Europäischen Union“, sagte Russlands Premier.

Große Chancen sieht Medwedjew auch in der Ausweitung der Energiekooperation zwischen Russland und Europa. Er legte dabei ein klares Bekenntnis ab zum Bau einer zweiten Ostseepipeline, wie sie die russische Gazprom mit deutschen und europäischen Partnern neben die bestehende Nord Stream Pipeline legen will. Dabei verteidigt Medwedjew die Haltung der Bundesregierung im innereuropäischen Streit um dieses Energieprojekt: „Die deutsche Regierung sagt völlig berechtigt, dass es ein kommerzielles Projekt ist. Wir verhalten uns dazu auch so. Hätte das Projekt uns kein Geld gebracht, hätten wir es nie vorangetrieben.“

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57 Kommentare zu "Medwedjew zu Deutschland: Russland lockt die deutsche Wirtschaft"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Herr Meyfarth,

    Ihnen ist schon klar, dass vom Wohnort die Lebensqualität bestimmt wird und ein direkter Zusammenhang zur Wirtschaftsleistung eines Landes besteht. Putin ist dabei alles zu ruinieren, was seine Vorgänger mühevoll nach dem Eisernen Vorhang aufgebaut haben.

  • Herr Falk,

    Sie haben vollkommen Recht. Russland und insbesondere der überwiegende Teil der russischen Bevölkerung sind wunderbar. Ich habe dort gelebt und weiss wovon ich spreche.

    Putin gibt Russland überhaupt nichts zurück. Ihm ist die russische Bevölkerung egal. Er braucht sie nicht mal als Stimmvieh. Es geht ihm lediglich um seinen Machtausbau und Erhalt. Da er in Russland alles erreicht hat, was er wollte, geht er nun auf kriegerische Kreuzzüge.

    Um noch auf die Wirtschaft zu kommen: Putin hat wirtschaftlich in Russland nichts erreicht. Ohne westliches Know-How und Investitionen läuft in Russland so gut wie überhaupt nichts. Er hat sehr viel ruiniert und ist dabei Russland in den Staatsbankrott zu treiben.

    Leider trifft es am meisten die liebenswerte und gastfreundschaftliche russische Bevölkerung. Putin hat sein Vermögen derweil sicher verteilt.

    Und um noch eins klarzustellen - ich bin kein Russlandhasser, sondern habe grosse Sorge, wie es mit meinen russischen Freunden weitergehen wird.

  • Frau Forro bitte schreiben Sie weiter. Bei den anderen geht es auch nicht nur um Wirtschaft.

  • Herr Otto da gratuliere ich Ihnen, dass Sie nicht zu dem niederen Volks gehören. Es mag ja sein, dass ich als Angehöriger dieser dummen Mehrheit nicht erkenne, was die Regierung wirklich macht, aber ich erkenne die wirklichen Erfolge. Um nur einige Beispiele zu nennen: Rentner und Geringverdiener zahlen die "Energiewende", Investoren kassieren ab - wir retten Banken und marode Staaten, der Steuerzahler zahlt das alles - wir lassen Flüchtlinge unkontrolliert ins Land, und risikieren damit eine Spaltung Deutschlands und Europas. Man könnte das leicht weiterführen. Wie heißt es so schön, an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.

  • Frau Forro, Ihr Geschreibsel ist wie immer daneben. Hier geht es um Wirtschaft und nicht um Wohnorte.

  • @Frau Monika Forro ... Guten Tag !
    Diktatur unter Frau Merkel ? Mein Großvater sagte mal : "Junge, die Demokratie ist eine Diktatur von hinten" ! Diese Aussage ist mir schon oft im Zusammenhang mit merkelschem Handeln in der EURO- und nun auch Flüchtlingskrise in Erinnerung gekommen und der Wunsch war stets sehr stark, der Politik des ex cathedra mit einem Referendum begegnen zu können --- aber zu einem Referendum ist - lt. unserem verehrten Herrn Bundespräsidenten Gauck - das Volk politisch nicht aufgeklärt und mündig genug. Vielleicht hat er sogar recht, wenn nur daran gedacht wird, dass 81% die Flüchtlingspolitik der Regierung ablehnen aber bei der Sonntagsfrage 82% der Wähler die Parteien erneut wählen würden, die das Desaster zu verantworten haben.
    Zu Herrn Erdogan fällt mir auf die Schnelle nur ein, dass man sich einem islamischen Sultan, der sich auch immer im Dschihad befindet, nicht in die Hand begeben darf. Es besteht sonst die Gefahr, zum verachteten DIMMI zu werden. Wenn Ihnen der Begriff des DIMMI nicht geläufig sein sollte, informieren sich mal über die Gründe, die zum Niedergang des orientalischen Christentums führten. Frau Dr. Merkel scheint da jedenfalls eine für die Deutschen gefährliche Bildungslücke zu haben.

    Schönen Abend noch !
    Otto Berger

  • Typisches Statement von Russlandhassern, denen sonst nichts mehr einfällt.

    Russland ist ein wunderbares Land mit einer grossartigen Kultur, ein Land das unter Putin seine Würde zurückbekommen hat, die unter der anarchischen Jelzin -Periode beinahe vollständig verloren zu gehen drohte.

    Putin ist im Gegensatzt zu den Marionettenfiguren des Westens ein wirklicher Staatsmann

  • Wie wäre es, wenn die Fraktion der Putinanbeter mal für ein halbes Jahr in Russland auf dem Niveau eines Durchschnittsrussen lebt.

    Die meisten waeren nach vierzehn Tagn zurück in Deutschland.

  • >> „Leider ist der Handelsumsatz zwischen Russland und Deutschland um 40 Prozent zurückgegangen, mit der Europäischen Union sogar fast um 50 Prozent“ >>

    Wenn man dies in € ausdrückt, so hat Deutschland wegen dubioser Sanktionen hier Verluste in zig Mrd. € Höhe !

    Murksel sei dank !

    Sie hat zugunsten der Amis, bei denen sie auf der Pay-Role steht, die Interessen Deutschlands verraten.

  • Mag alles sein, daass das niedere Volk nicht erkennt, wie wir zu unserem Wohlstand gekommen sind. Und das trotz der vielen Fehler und das, obwohl uns die alliierten Besatzer aussaugen.

    Aber es wäre ja auch unverzeihlich, wenn das Volk schon erkennt, was eine weise Regierung WIRKLICH macht.

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