Mega-Konjunkturpaket
Japan öffnet Geldschleusen für Konjunktur

Die japanische Regierung plant angesichts der schwersten Rezession seit dem zweiten Weltkrieg ein neues Konjunkturpaket im Volumen von umgerechnet 116 Mrd. Euro (15,4 Billionen Yen). Diese Nachricht sowie überraschend gute Wirtschaftsdaten beflügelten die Börse in Tokio.

HB TOKIO. Einem am Donnerstag veröffentlichten Entwurf der Regierungspartei LDP zufolge soll mit dem Geld unter anderem der Kauf von sparsamen Autos und Haushaltsgeräten sowie Solaranlagen gefördert werden. Die Aktien der Hersteller entsprechender Produkte wie etwa Sharp, Panasonic, Toshiba und Hitachi legten daraufhin an der Tokioter Börse deutlich zu. Ministerpräsident Taro Aso wollte noch am Donnerstag eine wichtige Rede zur Wirtschaftspolitik halten. Das Konjunkturpaket sollte am Freitag verkündet werden.

Das Paket entspräche 3,1 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung Japans und fällt damit deutlich größer aus als zunächst erwartet. Möglicherweise droht dem Paket noch Widerstand im Parlament, wo die Opposition eine Kammer kontrolliert.

Die Börse reagierte prompt: Der Nikkei-Index für 225 führende Werte schloss am Donnerstag 3,74 Prozent oder 321 Punkte fester bei 8 916 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index legte 3,3 Prozent zu auf 841 Zähler.

Eine weitere positive Nachricht - auch für die Börsen - kommt von Japans Maschinenbauern. Deren Aufträge sind unerwartet gestiegen. Wie die Regierung am Donnerstag bekanntgab, erhöhten sich die Aufträge im Februar um saisonbereinigt 1,4 Prozent zum Vormonat auf 728,1 Mrd. Yen. Das ist der erste Anstieg seit fünf Monaten. Analysten hatten im Durchschnitt der Prognosen mit einem erneuten Rückgang gerechnet. Die Regierung warnte jedoch vor zu großem Optimismus, da die Aufträge der Industrie und aus dem Ausland weiterhin auf Tiefstständen verharrten. Im Januar waren die Maschinenbauaufträge der zweitgrößten Volkswirtschaft angesichts der Exporteinbrüche auf den tiefsten Stand seit fast 22 Jahren gesunken.

Der Auftragseingang aus dem Ausland, der als Indikator für Japans Exportentwicklung gilt, ging im Berichtsmonat um 22,9 Prozent im Vergleich zum Januar und um 74,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat auf das Rekordtief von 296,5 Mrd. Yen zurück. Auch von der produzierenden Industrie Japans gingen weniger Aufträge ein (minus 8,1 Prozent. Dagegen erhöhte sich der Auftragseingang seitens nicht produzierender Unternehmen um 3,3 Prozent, hieß es. Die Auftragsdaten gelten als ein wichtiger Indikator für Investitionen der japanischen Unternehmen in den nächsten drei bis sechs Monaten.

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