Mehere Sprengsätze in den vergangenen Tagen detoniert
Linksextremisten für Explosion in Bus verantwortlich

Nach Ermittlungen der Polizei geht die Bombenexplosion in einem Istanbuler Stadtbus auf das Konto türkischer Linksextremisten. Bei dem Anschlag im Vorfeld des am Montag in Istanbul beginnenden Nato-Gipfels waren drei Businsassen sowie die Attentäterin getötet worden. Von den 18 Verletzten lagen am Freitag noch neun im Krankenhaus.

HB ISTANBUL. An eine weitere Aufstockung der massiven Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz der Staats- und Regierungschefs aus 46 Ländern sei nicht gedacht, sagte Istanbuls Provinzgouverneur Muammer Güler. Sie seien bereits jetzt auf „höchstem Niveau“.

Die Bus-Attentäterin Semiran Polat stammt nach seinen Angaben aus der ostanatolischen Provinz Tunceli und war im vergangenen Jahr an zwei Anschlägen in Istanbul beteiligt. Die Frau sei als Aktivistin einer verbotenen „marxistisch ausgerichteten linken Organisation“ bekannt gewesen, sagte Güler. Nach türkischen Zeitungsberichten handelt es sich um die Revolutionäre Volksbefreiungsfront DHKP/C, die über die Türkei hinaus vor allem durch Hungerstreiks gegen türkische Hochsicherheitsgefängnisse bekannt geworden ist.

Die türkischen Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass die Bombe in Istanbul vorzeitig detoniert und der Bus nicht das eigentliche Ziel des Anschlags war. Ähnliche Bomben waren in den vergangenen Tagen vor Bankfilialen in Istanbul hochgegangen, ohne dass sie vergleichbare Schäden angerichtet hätten. Verstärkt wurden die Sicherheitsvorkehrungen in Ankara für den Besuch von US-Präsident George W. Bush am Sonntag. Vor dem Hilton-Hotel, in dem Bush übernachten soll, war am Donnerstag ein Sprengsatz explodiert, der zwei Polizisten und einen Passanten verletzte.

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