Mehr als 110 Tote
Mörderische Bombenserie im Irak

Bei einer Serie von Bomben-Anschlägen auf irakische Schiiten sind innerhalb weniger Stunden mehr als 110 Menschen getötet worden, darunter 25 Kinder. Die Attentäter zündeten ihre Autobomben auf belebten Märkten in Städten rund um Bagdad.

HB BAGDAD. Mehr als 150 Menschen wurden nach Angaben der Behörden verletzt. In Hilla riss am Freitag eine Bombe mindestens zwölf Menschen in den Tod, nachdem am Vorabend in Balad bei drei offenbar koordinierten Attentaten fast 100 Menschen getötet worden waren. Vor knapp zwei Wochen waren bei einer ebenfalls mehrtägigen Serie von Anschlägen auf Schiiten in Bagdad und Umgebung mehr als 250 Menschen getötet worden.

Die Bombe in Hilla explodierte kurz nach 9 Uhr auf einem Gemüsemarkt, auf dem die Menschen für den Wochenfeiertag einkauften. Alle zwölf Toten seien Zivilisten, teilte die Polizei mit. Mindestens 47 Menschen seien verletzt worden. Das schiitische Hilla liegt rund hundert Kilometer südlich von Bagdad.

Im ebenfalls mehrheitlich schiitischen Balad rund 90 Kilometer nördlich von Bagdad explodierten am Donnerstag innerhalb von 40 Minuten drei Autobomben. Der Zeitpunkt war mit Eintritt der Abenddämmerung offenbar so gewählt, dass viele Menschen auf dem ins Visier genommenen Markt und in den nahe gelegenen Straßen unterwegs waren. Die Zahl der Toten stieg Angaben des Krankenhaus-Chefs von Balad zufolge über Nacht auf 98. Einige der 119 Verletzten mussten nach Bagdad geschafft werden, weil die Kapazitäten in Balad erschöpft waren.

Mitte September hatten Extremisten der El Kaida im Irak innerhalb von drei Tagen mehr als 250 Menschen getötet, davon mehr als hundert in einem Schiiten-Viertel von Bagdad. Der Selbstmordattentäter hatte Menschen auf der Suche nach Arbeit zu seinem Kleinbus gelockt und dann seinen Sprengsatz gezündet. Die Gruppe um den Jordanier Abu Mussab el-Sarkawi bekannte sich zu den Taten und kündigte an, das ganze Land mit weiteren Anschlägen zu überziehen.

Die sunnitischen Rebellen kämpfen gegen die neue Ordnung im Land, über die in zwei Wochen in einem Verfassungsreferendum abgestimmt werden soll. Die unter dem gestürzten Präsidenten Saddam Hussein einflussreiche Minderheit der Sunniten fühlt sich darin gegenüber den Schiiten und ihren kurdischen Verbündeten benachteiligt, die die Regierung stellen. Die Sunniten haben dem Verfassungsentwurf nicht zugestimmt.

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