Mehr als 120 Tote
Selbstmordanschlag in Bagdad

Mindestens 121 Menschen hat ein Selbstmordattentäter in Bagdad mit sich in den Tod gerissen. Bei dem schwersten Anschlag in der irakischen Hauptstadt seit gut zwei Monaten gab es zudem mehr als 220 Verletzte, wie die Behörden mitteilten.

HB BAGDAD. Der Attentäter steuerte seinen Lastwagen auf einen belebten Lebensmittelmarkt in einem schiitischen Viertel der irakischen Hauptstadt und brachte den Sprengstoff dort zur Explosion, wie die Polizei mitteilte. Zahlreiche Läden und Stände auf dem Sadrija-Markt wurden zerstört. Zum Zeitpunkt des Anschlags kauften dort viele Iraker für ihr Abendessen ein. Viele Verletzte wurden mit Pickups in die völlig überfüllten Krankenhäuser gefahren. „Es gab einen starken Schlag“, berichtete ein verletzter junger Mann. „Ein Auto explodierte. Ich fiel auf den Boden.“ Es war der folgenreichste Anschlag in Bagdad, seit am 23. November mutmaßliche Al-Kaida-Kämpfer bei Angriffen mit Autobomben und Mörsergranaten im schiitischen Armenviertel Sadr City mindestens 215 Menschen töteten. Nach dem Anschlag schlugen Berichten zufolge Mörsergranaten in vorwiegend von Sunniten bewohnten Vierteln der Hauptstadt ein.

Eine Serie von Autobombenanschlägen kostete am Samstag auch in der nordirakischen Stadt Kirkuk mindestens zwei Menschen das Leben gekostet. Die sechs Explosionen ereigneten sich binnen zwei Stunden, wie die Polizei mitteilte. In Samarra wurden bei einem Überfall auf eine Polizeistation vier Polizisten getötet. Die Stadt Mahmudija südlich von Bagdad wurde ebenfalls von einem Autobombenanschlag erschüttert, dabei wurden am Morgen eine Person getötet und acht weitere verletzt. Das Fahrzeug war nach Angaben eines Polizeisprechers in einem Geschäftsviertel in der überwiegend sunnitischen Stadt 30 Kilometer südlich der Hauptstadt geparkt und gegen 8 Uhr Ortszeit gesprengt worden. Einige Geschäfte wurden von der Explosion beschädigt, vier weitere Autos gerieten in Brand.

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Die US-Streitkräfte gaben am Samstag den Tod von zwei weiteren Soldaten bekannt. Die Männer erlagen am Freitag ihren Verletzungen, die sie bei Kämpfen in der Provinz Anbar erlitten hatten. Damit sind seit Kriegsbeginn im Irak nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AP bereits mindestens 3 094 amerikanische Soldaten getötet worden.

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