Mehr als 200 erotische Mitteilungen
SMS an Stripperin – Finnlands Außenminister muss zurücktreten

Der finnische Außenminister Ilkka Kanerva ist über einen SMS-Skandal mit einer Nachtklub-Tänzerin gestürzt. Der Minister soll nach Medienberichten mehr als 200 SMS an eine „erotische Tänzerin“ geschickt haben.

HB HELSINKI. Der Vorsitzende der Nationalen Sammlungspartei (KOK), Jyrki Katainen, sagte dem Internet-Portal „Verkkouutiset“, Kanerva könne sein Amt nicht weiter erfüllen, weil er nicht länger „das Vertrauen und den allgemeinen Respekt“ genieße. Kanerva ist Mitglied der KOK, die zusammen mit der Zentrumspartei (KESK) und den Grünen (VIHR) die Regierung stellt.

Dies sei eine „sehr schwere Entscheidung“ gewesen, meinte Katainen weiter. Kanerva hatte zuletzt eingeräumt, die SMS seien nicht in jedem Fall in angemessenem Ton gehalten gewesen. Er habe aber nichts Falsches getan und wolle im Amt bleiben. Kanerva hatte bereits 2005 einen ähnlichen Skandal ausgelöst, als er während seiner Zeit als stellvertretender Parlamentspräsident zwei Models mit Text-Botschaften bombardierte.

Gleichzeitig veröffentlichte die Zeitschrift „Hymy“ einen Teil der etwa 200 Mitteilungen Kanervas an die 29 Jahre alte Stripperin. Eine der harmloseren lautete etwa: „Würdest du es gern an einem exotischen Ort tun? Wo könnte das sein?“

Die Stripperin hatte die Sammlung an das Blatt verkauft und danach vergeblich versucht, die Veröffentlichung durch Rückkauf zu verhindern. Kanerva, der vor vier Jahren bereits in eine ähnliche Affäre verwickelt war, erklärte noch am Montagabend, er sei „frisch an Leib und Seele“ und trotz der aktuellen Probleme voller Arbeitslust. Am heutigen Dienstagmorgen teilte das Außenministerium mit, der Minister sei krank und werde sich nicht äußern.

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