Mehr als 25 Tote
Bombenanschläge erschüttern Pakistan

In Nordwest-Pakistan eskalieren die Auseinandersetzungen zwischen sunnitischen und schiitischen Muslimen. Bei zwei schweren Bombenattenten im Peshawar und Kalaya kamen mindesten zwei Dutzend Menschen ums Leben, mehr als 50 wurden zum Teil schwer verletzt.

HB PESHAWAR. Bei zwei schweren Bombenanschlägen sind in Pakistan mindestens 26 Menschen ums Leben kommen. Im einem belebten Zentrum von Peshawar starben mindestens 20 Menschen. Außerdem seien 50 Menschen verletzt worden, 20 von ihnen schwer, teilte der Chefarzt des größten Krankenhauses der Stadt mit. Er rief die Bevölkerung zu Blutspenden auf. In Kalaya, das ebenfalls im Nordwesten des Lands liegt, kamen bei einem Autobomben-Attentat mindestens sechs Menschen ums Leben.

Der Anschlag in Peshawar wurde in der Nähe einer Versammlungshalle schiitischer Muslime verübt, die in den vergangenen Wochen wiederholt von sunnitischen Extremisten angegriffen worden waren. "Es war eine Bombe. Es gibt viele Opfer. Noch sind Menschen unter den Trümmern begraben", sagte ein leitender Polizeibeamter. Augenzeugen zufolge explodierte der Sprengsatz in einem Auto. "Das ganze Gebiet wurde wie bei einem Erdbeben erschüttert. Es war eine laute und schreckliche Explosion."

Polizeichef Malik Naveed Khan sagte, für die Bombe seien 20 bis 25 Kilogramm Sprengstoff verwendet worden. Durch die Wucht der Detonation stürzte ein Gebäude brennend ein, sechs weitere ging in Flammen auf. Die Stromversorgung rund um den Anschlagsort brach zusammen. Die anschließenden Rettungsarbeiten wurden von wütenden und trauernden Menschen behindert.

Wenige Stunden zuvor waren in Kalaya bei der Explosion einer Autobombe mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Ziel des Attentäters war ein Stammestreffen, bei dem auf Wunsch von Schiiten ein Streit mit Sunniten beigelegt werden sollte.

In den vergangenen Wochen sind im Nordwesten Pakistans die Auseinandersetzungen zwischen Sunniten und Schiiten eskaliert. Dabei griffen sunnitische Extremisten wiederholt Angehörige der schiitischen Minderheit an.

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