Mehr als 50 Tote bei Anschlägen
Fußball-Feiern im Irak enden blutig

Eigentlich sollte der Mittwoch ein Jubeltag in Bagdad werden, immerhin ist der Irak ins Finale des Asien Cups eingezogen, doch dann regierte wie so oft die Gewalt.

HB BAGDAD. Bei Anschlägen auf Fußball-Fans sind während der Siegesfeiern mindestens 50 Menschen getötet worden. Es gab nach Angaben des Innenministeriums zudem mehr als 100 Verletzte, als im westlichen Stadtteil Mansur und im Osten der irakischen Hauptstadt zwei Bomben explodierten.

Im ganzen Land waren nach dem Einzug der irakischen Fußball-Nationalmannschaft in das Finale des Turniers in Südostasien tausende begeisterte Menschen auf die Straßen gestürmt. Von den Kurdengebieten im Norden bis zum schiitischen Süden schwenkten die Fans irakische Flaggen - selbst in Gegenden, wo diese sonst verpönt sind. Im Bagdader Armenviertel Sadr-Stadt, der Hochburg des militanten Schiiten-Predigers Moktada al-Sadr, warfen Frauen Süßigkeiten in die Menge. Eis- und Saftläden verteilten ihre Ware gratis, und einige Familien schlachteten zur Feier des Tages Schafe.

Kurz nach dem Abpfiff explodierte im Bagdader Bezirk Mansur jedoch eine Autobombe nahe einer Menschenmenge. Wenig später sprengte sich an einer Straßensperre der Armee im Osten der Stadt ein Attentäter mit seinem Fahrzeug in die Luft. Auch dort wurden viele Menschen verletzt, die in der Nähe den Fußball-Sieg feierten.

Die irakische Nationalelf hatte Südkorea bei dem Spiel in Hanoi in einem dramatischen Elfmeterschießen geschlagen und war damit erstmals in das Finale der Asienmeisterschaft eingezogen. Nach Polizeiangaben wurde in Bagdad auch ein Mensch durch Freudenschüsse getötet, 17 hätten durch herabfallende Patronen Verletzungen erlitten.

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