Mehr als 60 Tote
Schwere Kämpfe in Südafghanistan

dpa KABUL. Kurz vor einem Nato-Gipfel, der sich auch mit dem wachsenden Druck auf die Isaf-Schutztruppe beschäftigt, sind bei schweren Kämpfen und einem Selbstmordanschlag in Afghanistan mehr als 60 Menschen getötet worden.

Gefechte in Südafghanistan - darunter auch Kämpfe im Distrikt Pandschwai, wo Deutschland eine Straße bauen will, - kosteten nach Angaben der Internationalen Schutztruppe Isaf vom Sonntag rund 55 radikal-islamische Rebellen und einen Isaf- Soldaten das Leben. Bei einem Selbstmordanschlag in der südostafghanischen Provinz Paktika riss der Attentäter am Sonntag nach offiziellen afghanischen Angaben sieben Zivilisten in den Tod.

Bei dem am Dienstag beginnenden Nato-Gipfel in Riga wird es auch um den umkämpften Süden Afghanistans gehen. Nato-Verbündete wie die USA und Großbritannien wünschen sich deutsche Truppen im Kampfgebiet, was die Bundesregierung ablehnt. Deutschland will sich aber stärker beim Wiederaufbau im Süden engagieren und plant den Bau einer 4,5 Kilometer langen Straße im unruhigen Distrikt Pandschwai. Die Bundeswehr ist mit derzeit rund 2 900 Soldaten der drittgrößte Truppensteller in Afghanistan.

Die Nato-geführte Isaf teilte am Sonntag mit, im Distrikt Pandschwai in der Provinz Kandahar sei es zu einer Anzahl von Gefechten gekommen. Isaf-Soldaten seien am Samstag von Rebellen beschossen worden und hätten das Feuer erwidert. Die Isaf habe zudem Luftangriffe geflogen. Fünf Rebellen seien getötet und drei Isaf- Soldaten verletzt worden. Zu Gefechten sei es am Vortag auch in der Provinz Urusgan gekommen. Dort hätten zahlreiche Rebellen Isaf- Truppen angegriffen. Die Soldaten hätten zurückgeschossen, die Schutztruppe habe Luftangriffe geflogen. Etwa 50 Rebellen seien getötet worden, auch ein Isaf-Soldat sei ums Leben gekommen.

Zur Nationalität des getöteten und verletzten Soldaten machte die Isaf wie üblich keine Angaben. In Urusgan sind vor allem Niederländer, in Kandahar vor allem Kanadier stationiert.

Bei einem Selbstmordanschlag in der südostafghanischen Provinz Paktika riss ein Attentäter am Sonntag sieben Zivilisten mit in den Tod, 20 Menschen wurden verletzt. Provinzgouverneur Akram Khepilwak sagte, der Attentäter habe sich in einem Restaurant in der Provinzhauptstadt Urgun in die Luft gesprengt. Ein anwesender Armeekommandeur sei unverletzt geblieben.

Bei einem Selbstmordanschlag auf die Isaf in der südafghanischen Provinz Logar wurden am Samstag zwei afghanische Zivilisten ums Leben. Soldaten kamen nicht zu Schaden. In der Hauptstadt Kabul explodierte am Samstag ein an einer Straße versteckter Sprengsatz nahe einem Fahrzeug der afghanischen Armee. Niemand wurde verletzt.

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