Mehr als 7000 moslemische Männer werden vermisst
Festnahme von Ex-Armeechef Mladic erneut gescheitert

Der 60-jährige General Ratko Mladic steht ganz oben auf der Liste der vom UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag gesuchten bosnischen Serben. Doch bislang konnten der ehemalige Armeechef seinen Verfolgern stets entkommen.

HB/dpa SARAJEVO. Bis zum Jahresende sollten der frühere Armeechef der bosnischen Serben und der politische Serbenführer Radovan Karadzic festgenommen sein, hatte die UN-Chefanklägerin Carla Del Ponte in einem Interview angekündigt. Doch am Mittwoch ist Mladic, dessen Versteck Fahnder bisher in Serbien vermutet hatten, einem Zugriff seiner Häscher erneut entkommen. Der frühere Militärführer lebt seit Jahren im Untergrund versteckt.

Mladic wird des wohl schwersten Kriegsverbrechens in Europa seit Ende des Zweiten Weltkrieges bezichtigt. Unter seiner Kommandogewalt war 1995 die UN-Schutzzone Srebrenica erobert worden. Mehr als 7000 moslemische Männer werden seitdem vermisst.

Sein in Belgrad erlerntes Kriegshandwerk praktizierte Mladic zuerst in Kroatien, später in Bosnien. Erfolgreiche Offensiven brachten ihm den Nimbus der Unbesiegbarkeit ein, der durch die Luftangriffe der NATO zerschlagen wurde. Westliche Staaten üben starken Druck auf Belgrad aus, den Gesuchten an das Tribunal zu überstellen.

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