Mehr als drei Millionen Menschen sind an den Folgen des Bürgerkriegs gestorben
Übergangsregierung in Kongo gebildet

Die Hoffnungen auf ein Ende des fünfjährigen Bürgerkrieges in Kongo (ehemals Zaire) sind mit der Bildung einer Übergangsregierung deutlich gestiegen. Im neuen Kabinett vertreten sind die alte Regierung, Rebellengruppen und die Oppositionsparteien.

HB/dpa NAIROBI/KINSHASA. Die Liste der 36 Minister wurde in der Nacht zum Dienstag von Präsident Joseph Kabila in Kinshasa veröffentlicht. In einer Fernsehansprache an die Nation erklärte der Präsident, es gebe nun überhaupt keine Rechtfertigung mehr für weitere Kampfhandlungen.

Die Übergangsregierung ist das Ergebnis einer Vereinbarung vom vergangenen Dezember zwischen Kabila, der Opposition und den zwei wichtigsten Rebellengruppen, der Kongolesischen Sammlungsbewegung für Demokratie (RCD) und der Bewegung für die Befreiung des Kongos (MLC). Kabila soll die neue Regierung für zwei Jahre führen. Danach sollen Präsidenten- und Parlamentswahlen stattfinden.

Mit der Invasion Ruandas und Ugandas im Osten Kongos hatte vor fast fünf Jahren der Krieg begonnen. Die beiden Nachbarländer unterstützten die Rebellenbewegungen gegen die Regierung in Kinshasa, um Angriffe anderer Milizen auf eigenes Territorium zu verhindern. Simbabwe, Angola und Namibia halfen der kongolesische Regierung mit Soldaten. Vor einem Jahr begann der Abzug der ausländischen Truppen. Dennoch ist die Lage im Osten Kongos weiter instabil.

In der Nordostprovinz Ituri hat die Intervention einer EU- geführten Friedenstruppe begonnen, um Kämpfe rivalisierender Stammesmilizen in der Stadt Bunia zu beenden. Nach Schätzungen internationaler Hilfsorganisationen sind mehr als drei Millionen Menschen als Folge des Bürgerkrieges gestorben, hauptsächlich an Krankheiten und Unterernährung.

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