Mehr als über Geschehen in USA
Schwedens Außenminister besonders über Russlands Finanzkrise beunruhigt

Der schwedische Außenminister Carl Bildt ist über die finanzielle Krise in Russland mehr beunruhigt als über die Kreditkrise in den USA.

STOCKHOLM. "Im Grunde glaube ich, dass die Flexibilität der amerikanischen Wirtschaft dazu führen wird, dass man diese Krise recht ordentlich übersteht", schreibt der konservative Bildt in seinem wöchentlichen Blog. Dagegen sieht der Außenminister die Situation in Russland deutlich kritischer. "Gestern fiel die Moskauer Börse um 17,5 Prozent, und der Handel wurde mehrfach ausgesetzt. Mitten in diesem Tumult kam auch noch die Nachricht, dass die Ölproduktion nicht wie erwartet gesteigert wird, sonder fällt". Außerdem habe der härte politische Kurs Moskaus zu politischen Krisen geführt, schreibt Bildt.

Als Regierungschef von 1991 bis 1994 erlebte er die bislang schwerste Bankenkrise Schwedens. Der Staat musste den schwer angeschlagenen Banken des Landes finanziell unter die Arme greifen und sie vor dem Konkurs retten. Auch damals wurde die Krise durch einen vollständig aus den Fugen geratenen Immobilienmarkt ausgelöst.

Auch der russische Finanzmarkt ist für Bildt kein unbekanntes Terrain: Der Außenminister war nach seiner Zeit als Regierungschef mehrere Jahre Ratgeber der schwedischen Fondsgesellschaft East Capital, die zu den weltweit größten ausländischen Investoren in Russland zählt.

Helmut Steuer berichtet für das Handelsblatt aus Skandinavien. Regelmäßig ist er auch in der Ukraine unterwegs.
Helmut Steuer
Handelsblatt / Korrespondent
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