Mehr Arbeitsplätze für gering Qualifizierte
Wirtschaftsforscher: EU-Erweiterung verschärft Arbeitsmarktprobleme

Die Präsidenten des DIW und des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung, Klaus F. Zimmermann und Hans-Werner Sinn, warnen im Wirtschaftsmonatsmagazin €uro (Donnerstagsausgabe) vor weiteren Arbeitsmarktproblemen im Zuge der EU-Erweiterung. „Wir haben zu wenige Jobs für gering Qualifizierte. Dieses Problem wird durch die Integration Osteuropas verschärft“, sagt DIW-Präsident Zimmermann.

Frankfurt, 21.4.2004 Jetzt würden noch mehr Arbeitsplätze abgebaut, klagt ifo-Präsident Sinn. „Dadurch wird die EU-Erweiterung zu einem Problem.“ Es vollziehe sich ein „Outsourcing im Übermaß“. Zimmermann fordert bessere Rahmenbedingungen dafür, dass neue Arbeitsplätze für gering Qualifizierte etwa im Gesundheitswesen und bei haushaltsnahen Dienstleistungen entstünden. Er sieht die Bundesrepublik auf dem Weg in die Dienstmädchen-Gesellschaft. „Nur so können wir die Katastrophe im Bereich der niedrig Qualifizierten verhindern.“ Sinn verweist im €uro-Streitgespräch dagegen auf die hohen Sozialhilfesätze, mit denen der Staat den Arbeitmarkt im unteren Lohnbereich kaputtgemacht habe. „Unser Sozialsystem verhindert, dass die Löhne von gering Qualifizierten nachgeben“, so Sinn. Seine Forderung: Der Staat müsse die Sozialhilfesätze absenken und so eine Lohnspreizung ermöglichen, zugleich die Lohnsenkungen durch Zuzahlungen kompensieren. „Einen anderen Weg gibt es nicht.“

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