Mehr Auslandsinvestitionen geplant
Deutschland will Handel mit Indien verdoppeln

Deutschland und Indien wollen ihren Handel innerhalb weniger Jahre verdoppeln. Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) sagte am Dienstag zum Abschluss seines Besuchs in der indischen Hauptstadt Neu Delhi: „Die Voraussetzungen sind vorhanden, der Wille ist vorhanden - auf beiden Seiten.“

NEU DEHLI. Deutsche Unternehmen zeigten zudem ein außerordentliches Interesse beim Aufbau von Infrastruktur in Indien. Nach einem Plus von 22,5 Prozent lag der bilaterale Handel im vergangenen Jahr bei 6,22 Milliarden Euro und überschritt damit erstmals die Marke von 6 Milliarden Euro.

Am Dienstag endete die 15. Sitzung der Deutsch-Indischen Gemeinsamen Kommission für industrielle und wirtschaftliche Zusammenarbeit in Neu Delhi. „Beide Seiten stellten fest, dass die Möglichkeiten deutscher Investitionen in Indien bei weitem nicht ausgeschöpft sind und beträchtlich verbessert werden können“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung. Infrastruktur-Mängel behinderten allerdings weiterhin sowohl das indische Wirtschaftswachstum als auch den Ausbau der bilateralen Zusammenarbeit im industriellen Bereich.

Der indische Finanzminister Palaniappan Chidambaram sagte, die Geschwindigkeit der Genehmigungsprozesse für Auslandsinvestitionen habe sich verdoppelt. Fast alle Anträge würden binnen zehn Wochen bearbeitet. Die Angst vor indischer Bürokratie sei übertrieben. Clement betonte: „Indien ist für uns ein außerordentlich bedeutender Partner in der Weltwirtschaft.“

Die Zusammenarbeit könne etwa in den Bereichen Biotechnologie, Luft- und Raumfahrttechnik, Telekommunikation sowie Lebensmittelverarbeitung vertieft werden. Clement warb für indische Investitionen besonders in Ostdeutschland. Am Rande der Kommissionssitzung sagte der Bundesminister, er sehe in Indien „einen der spannendsten Märkte der Welt“. Deutschland engagiere sich dort noch nicht ausreichend. „Wir werden dem indischen Interesse bisher nicht gerecht.“

Clement zeigt sich von Aufbruchsstimmung beeindruckt

Anders als China sei Indien in der Vergangenheit „aus kontinentaleuropäischer Sicht nicht im Fokus gewesen“. Nach der Sitzung zeigte sich der Minister „außerordentlich beeindruckt“ von der Aufbruchstimmung in dem nach China bevölkerungsreichsten Land der Welt.

Clement war bei seinem zweitägigen Indien-Besuch von knapp 50 Spitzenmanagern deutscher Unternehmen begleitet worden. Indien verzeichnete in den vergangenen zehn Jahren ein Wirtschaftswachstum von durchschnittlich rund 6 Prozent. Die Deutsch-Indische Gemeinsame Kommission für industrielle und wirtschaftliche Zusammenarbeit war zuletzt im Jahr 2000 zusammengekommen. Die beiden Minister verabredeten, die Abstände zwischen den Treffen zu verkürzen. Die nächste Sitzung soll spätestens 2007 stattfinden.

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