Mehr Druck auf Karsai
Obama rückt Afghanistan ins Zentrum

Barack Obama ist entschlossen, die Stabilisierung Afghanistans zu einem Kernstück seiner Sicherheitspolitik zu machen. Dieses Ziel will der neue US-Präsident durch eine Aufstockung der Truppen, einen kritischeren Umgang mit der Kabuler Regierung unter Präsident Hamid Karsai und eine Verringerung der Abhängigkeit von Pakistan erreichen.

WASHINGTON. Bei einem Treffen mit der Pentagon- Spitze beriet Obama die neue Strategie. Bereits am Vortag hatte Generalstabschef Michael Mullen auf einer Pressekonferenz klar gemacht, dass eine Stärkung der militärischen Komponente alleine nicht zum Erfolg führen wird. "Wir planen die Stationierung von 20 000 bis 30 000 zusätzlichen Soldaten", sagte Mullen in Washington. "Aber nur militärisch wird es nicht funktionieren", mahnte der Admiral. Er forderte einen "signifikanten Anstieg der Zahl der zivilen Aufbauhelfer" in Afghanistan, damit es dem Land endlich ökonomisch besser geht und auch die Arbeit der afghanischen Regierung Fortschritte machen kann. Aber "unter keinen Umständen schaffen wir das alleine", warnte Mullen. "Alle zusätzlichen Truppen der Welt machen keinen Unterschied, wenn wir nicht auch diese anderen Komponenten etablieren." Derzeit sind 34 000 US-Soldaten und rund 28 000 Soldaten der Koalitionstruppen in Afghanistan stationiert.

Mullen, der im Herbst 2007 in der Amtszeit von Obamas Vorgänger George W. Bush zum Generalstabschef ernannt wurde, fand ungewohnt deutliche Worte, um die Lage in Afghanistan zu charakterisieren: "Es läuft nicht gut, und das schon seit geraumer Zeit." Die Gründe lägen zum einen in der militärischen Fixierung der USA auf den Irak, was auch Truppen für Afghanistan gebunden habe. Zum anderen kritisierte Mullen aber auch die Regierung in Kabul. Dort existiere nach wie vor das Problem der Korruption. In der Armee gebe es auf diesem Feld zwar Fortschritte. Doch was die afghanische Polizei betreffe, "da sind wir nicht, wo wir sein wollen - noch nicht einmal in der Nähe davon", sagte Mullen. Die weit verbreitete Korruption bei den afghanischen Sicherheitskräften gilt auch als eine der Hauptursachen für das Wiedererstarken der Taliban.

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