Mehr Gipfeltreffen
Juncker fordert Aufwertung der Euro-Zone

Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker möchte die Euro-Zone durch häufigere Treffen der Euro-Regierungschefs aufgewertet sehen. In Frankreich stößt der Eurogruppen-Vorsitzende mit dieser Forderung auf offene Ohren, in Deutschland weniger.
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BERLIN. Die Euro-Zone sollte durch häufigere Treffen der Staats- und Regierungschefs aufgewertet werden. Dies hat Luxemburgs Ministerpräsident Jean-Claude Juncker im Gespräch mit dem Handelsblatt gefordert. Für die nötige engere wirtschaftspolitische Abstimmung würden Treffen der Euro-Finanzminister nicht mehr genügen.

„Die Euro-Regierungschefs haben sich bereits mehrmals getroffen und dabei greifbare Ergebnisse erzielt. Euro-Gipfel können auch in Zukunft Sinn machen“, sagte Juncker, der auch Vorsitzender der Euro-Gruppe ist. Ausdrücklich betonte Juncker, dass die Abstimmung im Kreis der 27 EU-Staaten zwar wichtig sei, aber nicht ausreiche.

Die Staaten der Euro-Zone müssten ihre Wirtschafts- und Finanzpolitik enger abstimmen. Ein Problem mit der alleinigen Abstimmung der Euro-Finanzminister sei, dass sich oft Kabinettskollegen nicht an die Absprachen hielten. „Und einige Regierungschefs mögen es nicht, wenn die Finanzminister in ihrem Namen in der Euro-Gruppe Entscheidungen treffen.“

Vor allem Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy drängt seit längerem auf Chefgespräche in der Euro-Zone. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zwar der Teilnahme an krisenbedingten „ad hoc“-Treffen der Euro-Staats- und Regierungschefs zugestimmt, pocht aber auf Absprachen in der „Wirtschaftsregierung“ der 27 EU-Staaten.

Ein Grund dafür ist, dass nur in diesem Rahmen Vertragsänderungen beschlossen werden können. Ein weiterer ist, dass viele EU-Staaten mit ähnlichen Stabilitätsvorstellungen wie Deutschland - etwa Polen, Großbritannien, Schweden oder die baltischen Länder - nicht Mitglieder der Euro-Zone sind.

Aber auch in Deutschland kommt die Debatte ins Rutschen, weil die übereinstimmende Analyse ist, dass künftig eine engere finanz- und wirtschaftspolitische Abstimmung in der gemeinsamen Währungszone nötig sein wird. Bereits am Wochenende hatte etwa CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich in einem Interview eine Aufwertung der Euro-Zone gefordert. Dazu sollen sich künftig auch die Regierungschefs der 16 Euro-Staaten verstärkt absprechen.

„Der Europäische Rat muss sich zu einem Koordinierungsgremium für die 16 Euro-Staaten bei den Themen Haushalts-, Fiskal- und Wirtschaftspolitik entwickeln“, hatte Friedrich im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters gesagt. Die Eurozone hat derzeit 16 Mitglieder. Am 1. Januar führt Estland als 17. EU-Land den Euro ein.

Das vollständige Interview mit Jean-Claude Juncker lesen Sie in der Donnerstagsausgabe des Handelsblatts.

Kommentare zu " Mehr Gipfeltreffen: Juncker fordert Aufwertung der Euro-Zone"

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  • Schon wieder hat Deutschland eine antieuropäische Einstellung. Egal welcher Vorschlag gemacht wird.
    Deutschlands aktuelle Wirtschaftskraft verursacht eine Unwucht innerhalb der EU. Diese Situation wird noch eine Weile anhalten, erst wenn andere Welt-Wirtschaften ein echtes Problem für Deutschland geworden sind, wird sich das Verhalten der deutschen Wirtschaftselite ändern.
    Ein boykott deutscher Produkte könnte dies etwas beschleunigen.

  • @Money Talks

    "....Wenn die investoren die PiiGS als Risiko einstufen, warum soll ich als deutscher Steuerzahler denen mein schwer verdientes Geld in den Rachen schmeissen..."

    Es glaubt doch wohl ernsthaft NiEMAND, daß man vorher gefragt wird, oder ?

  • Der Juncker ist am Überschnappen, nun will er auch noch die Schweizer nötigen, bei dem Mist mitzumachen und dann soll das Schweizer bundesheer auch noch in die NATO? bizarr ist geschmeichelt!

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