
HB NEW YORK/ISLAMABAD. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die Welt eindringlich zur Hilfe für die Flutopfer in Pakistan aufgerufen.
15 bis 20 Mio. Menschen seien in Not, sagte Ban am Donnerstag zum Auftakt einer internationalen Geberkonferenz bei den Vereinten Nationen in New York. „Pakistan ist mit einem Zeitlupen-Tsunami konfrontiert.“ Der Generalsekretär warnte mit Blick auf Vorhersagen, nach denen noch vier weitere Wochen Monsun zu erwarten seien: „Die zerstörerische Kraft wird...im Laufe der Zeit noch zunehmen.“
Auf der Tagung der UN-Vollversammlung sollte mehr Geld für die Opfer des Jahrhunderthochwassers beschafft werden. Zu der Konferenz, die eine reguläre Sitzung des UN-Parlaments der 192 Nationen ist, war für die USA Außenministerin Hillary Clinton angereist. Berlin wurde von Außenamtsstaatsminister Werner Hoyer vertreten.
Bereits vor der Konferenz hatte ein UN-Sprecher mitgeteilt, dass die Vereinten Nationen voraussichtlich deutlich mehr Geld für die Flutopfer brauchen als bisher gedacht. Die geforderten knapp 460 Mio. Dollar (rund 460 Mio. Euro) Nothilfe reichten wahrscheinlich nicht aus, sagte Maurizio Giuliano vom UN-Büro zur Koordinierung humanitärer Angelegenheiten in Islamabad. Er sprach von acht Mio. Flutopfern, die dringend Hilfe benötigten, zwei millionen mehr als bisher gedacht. Nach Angaben von Giuliano war bis zum Donnerstag von den bislang beantragten 357 Mio. Euro mehr als die Hälfte eingegangen. Neben diesen 231 Mio. gebe es Zusagen über weitere gut 41 Mio. Dollar, hieß es vor der Tagung weiter.
Die Bundesregierung stockte ihre finanzielle Unterstützung für die Hochwasseropfer noch einmal auf. Die Gelder werden von bisher 15 Mio. Euro auf 25 Mio. Euro erhöht, wie Außenminister Guido Westerwelle (FDP) mitteilte. Deutschland beteiligt sich auch an internationalen Hilfsmaßnahmen und stellt nach Regierungsangaben damit insgesamt 68 Mio. Euro zur Verfügung.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach Pakistans Premierminister Yousuf Raza Gilani ihr Mitgefühl aus. In einem Telefonat habe Merkel Gilani Unterstützung auch beim Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur zugesichert, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Donnerstag in Berlin mit.