Mehr Soldaten für den Irak
Dänemark will Militär-Einsatz im Irak ausweiten

Dänemark will sein Militärkontingent im Irak nach dem ersten Todesfall eines eigenen Soldaten verstärken. Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen hatte bei seiner Rückkehr aus den Sommerferien Kritik am dänischen Irak-Einsatz ohne UN-Mandat zurückgewiesen.

HB/dpa KOPENHAGEN/BASRA. Nachdem am Wochenende ein 34-jähriger Däne als erster nicht- amerikanischer beziehungsweise nicht-britischer Soldat seit Ende des Krieges bei einem Feuergefecht im südlichen Irak ums Leben gekommen war, sprachen sich Regierungs- und Oppositionsvertreter sowie die Militärführung in Kopenhagen einhellig für die Entsendung zusätzlicher Einheiten aus.

Dänemark hatte die US-geführten Streitkräfte im Krieg aktiv unterstützt und stellt derzeit 420 Soldaten zur Kontrolle eines Bezirkes nahe der südirakischen Stadt Basra. Bei der Kontrolle eines Lastwagens war es am Samstag zu einem Feuergefecht gekommen, bei dem ein 34-jähriger dänischer Berufssoldat und zwei Iraker getötet wurden. Nach offiziellen Militärangaben wurde der Däne möglicherweise von einem Querschläger aus eigenen Waffen der Patrouille tödlich am Kopf getroffen.

Der Chef der dänischen Einheit, Oberst Niels Bundgaard, erklärte, seine Soldaten seien mit ständig zunehmenden Polizeiaufgaben im eigenen Gebiet überlastet. Hintergrund seien vor allem Plünderungen und die systematische Demontage von elektrischen Leitungen bei gleichzeitiger Gefahr von Feuerüberfällen. Verteidigungsminister Svend Aage Jensby schloss einen Rückzug aus dem Irak aus und erklärte, man müsse angesichts der derzeitigen Probleme entweder das Einsatzgebiet verkleinern oder das Kontingent verstärken.

Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen hatte bei seiner Rückkehr aus den Sommerferien Kritik am dänischen Irak-Einsatz ohne UN-Mandat zurückgewiesen und erklärt, die Kritiker müssten sich die Frage gefallen lassen, ob sie das Regime des Diktators Saddam Hussein zurückhaben wollten. Zur Begründung für die Irak-Invasion meinte er, ein zentrales Ziel sei dabei auch gewesen, die UN-Sanktionen aufheben zu können, die viel Leid verursacht hätten.

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