Mehr Truppen als in Istanbul vereinbart
Nato will Afghanistan-Kontingent weiter aufstocken

Die Einigung beim Nato-Gipfel in Istanbul war offenbar nur eine Etappe beim Ausbau des Militäreinsatzes in Afghanistan. Jetzt spicht die US-Regierung von der Entsendung weiterer Nato-Truppen im September.

HB WASHINGTON. Ein US-Regierungsvertreter stellte in Washington eine schnellere und umfangreichere Truppenentsendung nach Afghanistan durch die Naton in Aussicht. „Wir werden versuchen, mehr zu tun“, sagte er vor Journalisten in Washington. Gespräche darüber hätten am Rande des Nato-Treffens stattgefunden. „Wir haben Gründe zu glauben, dass zu den Wahlen (im September) mehr Truppen angeboten werden“, sagte er. „Wir werden in den nächsten Wochen versuchen, das zu Wege zu bringen.“ Auf die Frage, welche Länder zusätzliche Truppen bereitstellen würden, antwortete der Regierungsvertreter: „Die Nato. Ich spreche nicht von den USA.“ Er machte keine Angaben zur Zahl der zusätzlichen Soldaten.

Die Nato will ihre Truppenpräsenz von bisher rund 6500 Soldaten zu den afghanischen Wahlen aufstocken. Die Zahl der Soldaten der Internationalen Afghanistan-Truppe ISAF in Kabul und in den Nato-geführten regionalen Aufbau-Teams soll auf bis zu 8700 steigen. Zudem sollen bis zu 2000 Soldaten außerhalb des Landes in Bereitschaft stehen. Bitten von Afghanistans Präsident Hamid Karsai, die Truppen früher zu verstärken, erfüllte das Bündnis beim Gipfel in Istanbul nicht. Er und die Vereinten Nationen halten rund 5000 zusätzliche Soldaten für nötig, um die ersten demokratischen Wahlen in dem Land seit Jahrzehnten zu sichern. Die Ende 2001 gestürzten radikal-moslemischen Taliban versuchen die Neuordnung des Landes mit Anschlägen und Angriffen zu stören.

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