Mehr Truppen und Atomkraft
London und Paris planen Zusammenarbeit

Mit einer Truppenverstärkung in Afghanistan und einer engeren Zusammenarbeit in der Atomkraft will Frankreich Medienberichten zufolge die Beziehungen zu Großbritannien verbessern.

HB LONDON. Frankreich habe zugesagt, für den NATO-Einsatz in Afghanistan rund 1000 zusätzliche Soldaten zur Verfügung zu stellen, berichtete die britische Zeitung „The Times“ am Samstag. Zudem wollen Großbritannien und Frankreich einem Bericht der „Guardians“ zufolge gemeinsam Atomkraftwerke der neuen Generation bauen. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy werde die Pläne dem britischen Premierminister Gordon Brown bei seinem Staatsbesuch in London kommende Woche vorstellen.

Wie die „Times“ unter Berufung auf hochrangige Vertreter des Verteidigungsministeriums in London berichtete, sollen die zusätzlichen französischen Soldaten im Osten oder Süden Afghanistans eingesetzt werden. Damit wolle Sarkozy sein Engagement im Kampf gegen die radikal-islamischen Taliban unterstreichen. Französische Diplomaten betonten, die Entscheidung, wo die Truppen zum Einsatz kommen, sei noch nicht gefallen. Eine öffentliche Ankündigung der Verstärkung soll es laut Zeitung erst im April beim NATO-Gipfel in Bukarest geben. Frankreich hat derzeit rund 1900 Soldaten in Afghanistan, Großbritannien fast 7800. London hatte wie die USA wiederholt ein stärkeres Engagement anderer europäischer Länder im umkämpften Süden von Afghanistan gefordert.

Der französische Präsident wird zusammen mit seiner Frau Carla Sarkozy von kommenden Mittwoch bis Donnerstag bei der britischen Königin Elizabeth II. zu Gast sein. Das Treffen wird in Großbritannien als Zeichen Sarkozys gewertet, stärkere Bande mit London - auch auf Kosten Deutschlands - zu knüpfen. So werde Sarkozy am Donnerstag die engere Zusammenarbeit der beiden Länder in der Atomkraft verkünden, schrieb der „Guardian“. Dabei wollten Frankreich und Großbritannien bei der Entwicklung neuer Atomtechnik zusammenarbeiten, um den Klimaschutz voranzubringen. In den kommenden 15 Jahren sollten die gemeinsam entwickelten Kernkraftwerke weltweit exportiert werden. Großbritannien hoffe auf die französische Erfahrung auf dem Gebiet, so die Zeitung. Frankreich erzeugt den Angaben zufolge fast 80 Prozent seines Stroms aus Atomkraft, Großbritannien 20 Prozent. Zudem sollen den Berichten zufolge bei dem Treffen neue Initiativen bei der Immigration angekündigt werden.

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