Mehrere tausend Schiiten protestierten gegen die US-Offensive
US-Truppen kreisen el Sadr in Nadschaf ein

US-Truppen und Irakische Einheiten haben am Donnerstag den radikalen Schiiten-Prediger Muktada el Sadr und Hunderte seiner Kämpfer in der Imam-Ali-Moschee von Nadschaf eingekreist.

HB NADSCHAF/BAGDAD. Im Abstand von 200 Metern rund um die Moschee errichteten sie einen Belagerungsring aus hohen Betonmauern und Stacheldraht. US-Verbände nähmen dahinter die vorderste Linie ein, Irakische Sicherheitskräfte folgten in der zweiten Reihe. Lediglich zum großen Pilgerfriedhof hin war der Ring am Nachmittag noch offen. El Sadr wurde auf dem Gelände der Moschee inmitten seiner Kämpfer gesehen. Er hatte am Vortag seinen Milizen eingeschärft, auch dann weiter zu kämpfen, wenn er selbst gefangen genommen oder getötet werden sollte. Augenzeugen sprachen von sechs toten Milizionären und 27 Verletzten auf dem Gelände. Nach Angaben eines dpa-Reporters vor Ort ließ das US-Militär Krankenwagen nicht passieren.

Das US-Militär schien bei der Offensive offenbar zunächst nicht darauf abzuzielen, die den Schiiten heiligen Schreine in Nadschaf und Kufa zu stürmen. „Die heutigen Operationen dienen dazu, den Bewegungsspielraum der Sadr-Kräfte in Kufa und Nadschaf einzuschränken“, erklärte US-Militärsprecher General Erv Lessel. Auf einer Pressekonferenz in Bagdad schloss der Irakische Innenminister Falah el Nakib aus, dass amerikanische Truppen die heiligen Stätten, in denen sich die Aufständischen verschanzt haben, erobern würden. Dies sei die Aufgabe von Irakern.

Das US-Militär hatte die Offensive in Nadschaf am Morgen eingeleitet. Dabei wurden auch vermutete Rebellenstellungen auf dem großen Pilgerfriedhof schwer bombardiert. Das Vorrücken auf die Moschee war von den heftigsten Gefechten seit ihrem Beginn vor einer Woche begleitet. Augenzeugen berichten von beträchtlichen Schäden an Häusern und Pilgerhotels. Etwa 80 Prozent der Bevölkerung des heiligen Bezirks um den Imam-Ali-Schrein und den Friedhof „Tal des Friedens“ hatten zuvor ihre Wohnungen verlassen.

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