Mehrere Zwischenfälle
Ein deutscher Ingenieur im Irak getötet

Im Irak sind am Dienstag vermutlich ein Deutscher, ein Niederländer und zwei Iraker erschossen worden. Unbekannte hätten nahe der Stadt Hilla rund 100 Kilometer südlich der irakischen Hauptstadt das Feuer eröffnet, teilte die Polizei mit. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin sagte, mit großer Wahrscheinlichkeit sei ein Deutscher unter den Todesopfern. Die deutsche Vertretung in Bagdad sei eingeschaltet worden. Das Außenministerium in Den Haag bestätigte, dass ein Niederländer unter den Toten ist.

HB BAGDAD/BERLIN. Bundesentwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul sieht durch den Anschlag auf zivile Wasserbauexperten im Irak die Haltung der Bundesregierung bestätigt, derzeit keine Wiederaufbauhilfe im Irak zu organisieren. Der „Leipziger Volkszeitung“ (Mittwochausgabe) sagte sie: „Unser Mitgefühl ist bei den Opfern, ihren Angehörigen und Freunden und Bekannten. Ich verurteile diese Tat auf das Schärfste.“ Sie zeige, dass die Haltung der Bundesregierung richtig sei, keine zivilen Aufbauhelfer im Auftrag des Entwicklungshilfeministeriums in den Irak zu entsenden.

In der nordirakischen Stadt Mossul wurden am Dienstag nach Polizeiangaben zudem drei irakischen Polizisten von Unbekannten erschossen. Am Vortag waren dort vier Amerikaner in einem Pkw beschossen worden. Drei von ihnen starben sofort, der vierte erlag später seinen Verletzungen in einem Krankenhaus. Am vergangenen Dienstag waren zwei Amerikaner und ihr irakischer Dolmetscher auf einer Straße zwischen den Städten Hilla und Kerbela in einen Hinterhalt geraten und erschossen worden.

Zuvor hatten Unbekannte nahe der nordirakischen Stadt Mosul bereits vier amerikanische Zivilisten getötet, die für eine christliche Hilfsorganisation arbeiteten. Das bestätigte ein US-Militärsprecher am Dienstag in Bagdad. Die Gruppe war am Montagnachmittag ohne Militärbegleitung unterwegs gewesen, als die Angreifer östlich der Stadt aus automatischen Waffen das Feuer auf ihren Wagen eröffneten. Drei der insgesamt fünf amerikanischen Männer und Frauen waren sofort tot, ein weiterer erlag später in einem US-Militärhospital seinen Verletzungen. Kurz darauf wurde in Mosul nach Angaben des arabischen Nachrichtensenders El Arabija eine irakische Übersetzerin erschossen, die für die US-Armee arbeitete.

Bewohner des 95 Kilometer nordöstlich von Bagdad gelegenen Dorfes Schawk er Rim sagten dem Sender am Dienstag, sechs Dorfbewohner seien bei einem amerikanischen Angriff getötet worden. Die US-Armee in Bagdad bestätigte dies nicht. In der Nacht zum Dienstag nahmen US-Soldaten bei einer Razzia im Nebengebäude einer Moschee der westirakischen Stadt Falludscha neun Menschen fest. Wie Augenzeugen berichteten, wurden zwei Frauen wieder freigelassen. Rund 800 Einwohner protestierten vor der Moschee.

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