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Mehrkosten: Spekulationsprämie verzerrrt Spritpreis

Das wachsende Engagement von Finanzinvestoren auf den Weltölmärkten verzerrt die Benzin- und Dieselpreise in Deutschland um durchschnittlich 14 Cent je Liter nach oben. Hochgerechnet auf alle Pkw der Privathaushalte in Deutschland ergeben sich daraus Mehrkosten von fünf Mrd. Euro pro Jahr.

Die Spritpreise werden auch von Finanzinvestoren in die Höhe getrieben. Quelle: dpa
Die Spritpreise werden auch von Finanzinvestoren in die Höhe getrieben. Quelle: dpa

BERLIN. Zu diesem Ergebnis kommt eine dem Handelsblatt vorliegende Studie, die das Beratungsunternehmen EnergyComment für die Bundestagsfraktion der Grünen erarbeitet hat.

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Die hohen Spritpreise sind seit Tagen in der Diskussion. Erst kurz vor Ostern waren sie in die Höhe geschnellt. Die Mineralölwirtschaft erklärt dies mit steigenden Preisen am Rotterdamer Spotmarkt.

"Ein Überangebot an Rohöl, schwache Nachfrage und überquellende Lager hätten zu sinkenden, bestenfalls stagnierenden Rohölpreisen führen müssen", heißt es in der Studie. Erst das starke Engagement der Finanzinvestoren, die auf höhere Ölpreise wetteten, habe zu steigenden Preisen geführt. Der Ölmarkt habe sich noch stärker als bisher zu einem Hybridmarkt entwickelt, also zu einer Mischung aus Rohstoffmarkt und Finanzmarkt. Laut EnergyComment übertrifft das Handelsvolumen die physische Erdölförderung mittlerweile um den Faktor 13.

"Die Gewichtung der Akteure und ihre Strategien ändern sich laufend, aber dennoch kann man feststellen, dass die Wetten auf steigende Ölpreise gegenüber den Wetten auf fallende Ölpreise schon seit Jahren dominieren", schreiben die Autoren. Dadurch würden die Spotpreise physischer Öllieferungen nach oben getrieben. Nach Berechnungen von EnergyComment enthält der Rohölpreis von derzeit rund 85 Dollar je Barrel eine "Spekulationsprämie" von etwa 30 Dollar, also 35 Prozent.

Die Grünen fordern die schwarz-gelbe Koalition zum Handeln auf:"Die Bundesregierung muss Rohstoffspekulation in der EU und den G 20 zum Thema machen. Insbesondere auf die USA und Großbritannien muss Druck ausgeübt werden, damit sich an den wichtigen Handelsplätzen etwas ändert", sagte Gerhard Schick, finanzpolitischer Sprecher der Grünen, dem Handelsblatt. Für die Rohstoffmärkte müsse das Gleiche gelten wie in der Finanzmarktregulierung: Künftig dürfe kein Produkt, Akteur oder Finanzplatz unreguliert sein. "Sozial und ökonomisch schädliche Rohstoffspekulation" müsse über über Positionslimits, eine Besteuerung oder das Verbot ungedeckter Leerverkäufe eingegrenzt werden, sagte Schick. "Ziel muss es sein, dass Rohstoffpreise wieder die physische Nachfrage und Angebot widerspiegeln und damit wieder als Knappheitssignal eine ökonomische Steuerungsfunktion leisten können und nicht rein spekulativ überzeichnet sind."

  • 08.04.2010, 01:26 UhrAnonymer Benutzer: Longus

    Man lasse sich das einmal auf der Zunge zergehen,
    die Grünen haben diese Studie in Auftrag gegeben-
    der Dieb ruft: Haltet den Dieb!

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