Meilenstein im Syrien-Krieg?
Staatschefs beraten in Sotschi

Kremlchef Putin will bei einem Syrien-Gipfel maßgebliche Entscheidungen für die Zukunft des Bürgerkriegslandes treffen. Unteranderem mit der Türkei und dem Iran. Wird das Treffen zum Wendepunkt für die Zukunft Syriens?
  • 3

Sotschi Kremlchef Wladimir Putin will bei einem Gipfeltreffen mit den Staatschefs der Türkei und des Irans über weitere Schritte für das Bürgerkriegsland Syrien verhandeln. Putin wird am Mittwoch im russischen Kurort Sotschi Recep Tayyip Erdogan und Hassan Ruhani zu Gesprächen empfangen. Unter anderem soll nach Medienberichten über die Sicherheitszonen beraten werden.

Kurz zuvor hatte sich Putin mit dem syrischen Machthaber Baschar al-Assad getroffen. Dabei betonte er, dass der Militäreinsatz in Syrien „jetzt tatsächlich zu einem Ende“ komme. Der Kreml nannte das Treffen am Montagabend als maßgebliche Vorbereitung für die Dreier-Gespräche am Schwarzen Meer. „Es wurde eine Grundlage vorbereitet, dass das, was (...) in Sotschi erreicht wird, überlebensfähig ist und nicht nur auf Papier bleibt“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow.

Vor knapp sieben Jahren war der Bürgerkrieg in Syrien ausgebrochen, als die Regierung mit Gewalt gegen Proteste vorging. Mit militärischer Hilfe Russlands und des Irans gelang es den regierungstreuen Truppen in den vergangenen Monaten, zentrale Gebiete von Rebellen zurückzugewinnen. Auch die Terrormiliz Islamischer Staat hat die meisten Gebiete in Syrien wieder verloren. Moskau fliegt seit 2015 Luftangriffe in dem Bürgerkriegsland und hat auch Personal am Boden im Einsatz.

Russland hat gemeinsam mit der Türkei und dem Iran mehrere Verhandlungen zu Friedensgesprächen zwischen der syrischen Regierung und der Opposition vermittelt, die den UN-geführten Friedensprozess in Genf ergänzen. Russland hatte zuletzt zudem einen sogenannten Kongress der Völker Syriens ins Spiel gebracht. Dabei soll über eine Nachkriegsordnung für das Land beraten werden.

Erdogan war erst in der vergangenen Woche nach Sotschi gereist, um mit dem Kremlchef zu verhandeln. In dem Schwarzmeerort wird sich Erdogan nach Medienberichten bereits zum sechsten Mal in diesem Jahr mit seinem Kollegen Putin treffen.

Ruhani betonte im Vorfeld, wie wichtig die Verhandlungen für die Zukunft Syriens seien. Seinen Worten zufolge werde dann das syrische Volk über die Zukunft des Landes selbst entscheiden können.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Meilenstein im Syrien-Krieg? : Staatschefs beraten in Sotschi"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Wenn Syrien befriedet würde, wäre das ein harter Schlag für die Politik Deutschlands, denn der Motivation, syrische "Flüchtlinge", vornehmlich jüngere Wehrfähige, dem demokratisch gewählten Diktator zu entziehen, wäre die Basis entzogen.

    Hinzu kommt ein schwerer "wirtschaftlicher Schaden", den die hiesige Flüchtlingsindustrie erleiden würde, würde der Nachschub an "Schutzsuchenden" ausgehen.

  • Russland scheint den Krieg zu gewinnen ebenso wie Deutschland, daß jetzt über Generationen hinweg seine Renten mit den gut ausgebildeten syrischen Facharbeiter sicher kann. Frau Dr. Merkel hat wieder einmal ihre überragenden Fähigkeiten unter Beweis gestellt.

  • Man kann schon stark vermuten das die Kurden wieder die Verlierer sind . Wenn Assad und Putin die Kurden abschreiben und den Türken vor die Füsse werfen zieht Erdogan seine Schlächter aus Syrien vielleicht ab. Aber ein Land nach 7 Jahren ist so verfeindet und so voller Hass , dass ein Töten der Kurden sicherlich
    keinen Frieden bringt. Das Putin nicht gerade ein Paradebeispiel von Diplomatie ist
    was er ja mit Trump teilt , wird es noch lange weitergehen mit Krieg und Anschlägen. Auch Deutsche Politiker haben Blut an den Händen , durch Aufklärung von Zielen die nach Tagen angegriffen werden und auch Zivilisten töten
    hat sich Deutschland mitschuldig gemacht. Entweder macht man richtig mit aber nicht mit Pseudo Krieg und sich hinstellt und sagt wir waschen unsere Hände in Unschuld.

    Vielleicht kann ein Neuaufbau der Weltgemeinschaft helfen und dazu braucht es
    Leute die ausgeruht sind . Also die Flüchtlinge in Deutschland sind jetzt gefragt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%