Meistgehasster Mann im Irak
„Chemie-Ali“ gefasst

US-Truppen im Irak haben nach eigenen Angaben den als „Chemie-Ali“ bekannten Cousin des gestürzten irakischen Staatschefs Saddam Hussein, Ali Hassan el Madschid, im Irak gefangen genommen. Weitere Einzelheiten über die Umstände der Gefangennahme nannte das US-Central-Command am Donnerstag in Tampa im US-Bundesstaat Florida nicht.

Reuters BAGDAD/TAMPA. Madschid wird unter anderem für Giftgasangriffe gegen Kurden in den 80er Jahren im Nordirak verantwortlich gemacht. Anfang April hatten britische und US-Vertreter erklärt, Madschid sei wahrscheinlich bei einem Angriff auf die südirakische Stadt Basra ums Leben gekommen. Die Berichte wurden jedoch nicht bestätigt.

Madschid steht an fünfter Stelle der US-Liste der 55 meistgesuchten Vertreter des gestürzten Regimes. Er spielte eine führende Rolle bei der gewaltsamen Unterdrückung des Aufstands irakischer Kurden und schiitischer Rebellen sowie bei der sieben Monate dauernden Besetzung Kuwaits 1990. Menschenrechtlern zufolge fielen Madschids Politik der verbrannten Erde während des irakisch-iranischen Krieges (1980 - 1988) rund 100 000 Kurden zum Opfer, die entweder getötet wurden oder spurlos verschwanden. Bei einem einzigen Angriff 1988 wurden bei einem Gasangriff auf die Ortschaft Halabdscha 5000 Menschen getötet.

Am Montag hatte die Kurden-Organisation PUK den früheren irakischen Vize-Präsidenten Taha Jassin Ramadan in der nordirakischen Stadt Mossul gefangen genommen. Dort waren im vergangenen Monat auch die beiden Söhne Saddams von US-Soldaten getötet worden. Von Saddam selbst fehlt offenbar jedoch weiter jede Spur.

In der Nacht zu Donnerstag wurde erneut ein Soldat der US-Besatzungstruppen bei einem Anschlag getötet. Zwei weitere Soldaten wurden verletzt, als ein selbst gebauter Sprengsatz in Bagdad explodierte. Bei nahezu täglichen Angriffen sind seit Anfang Mai 63 US-Soldaten getötet worden.

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