Meldung über Festnahme dementiert
USA intensivieren Fahndung nach Bin Laden

Eine neue Taktik soll helfen: In kleinen Gruppen durchkämmen US-Soldaten in Afghanistan das Grenzgebiet zu Pakistan. Der US-Präsident persönlich hat die neue Strategie abgezeichnet.

HB WASHINGTON/KABUL. Die US-Regierung will die Fahndung nach dem Top-Terroristen Osama bin Laden intensivieren. Für den Einsatz würden die Taktik geändert und Spezialisten herangezogen, die im Dezember auch den irakischen Ex-Diktator Saddam Hussein aufgespürt hätten, berichtete die „New York Times“ am Sonntag. Präsident George W. Bush habe die neue Initiative persönlich abgezeichnet. Bin Laden gilt als Drahtzieher der verheerenden Terroranschläge vom 11. September 2001.

Ein vom iranischen Staatsrundfunk gestreutes Gerücht, Bin Laden sei längst gefasst, wurde am Samstag in den USA und in Pakistan zurückgewiesen. Pakistans Außenminister Mian Khursheed Mehmood Kasuri bezeichnete die Meldung als „falsch“. Ein Pentagonsprecher sagte: „Wir haben keinerlei Bestätigung für dieses Gerücht.“ Im iranischen Rundfunk hatte es zuvor unter Berufung auf nicht näher bezeichnete „informierte Kreise“ geheißen, Washington wolle die Festnahme erst im Laufe des Präsidentschaftswahlkampfs bekannt geben.

Die 11 000 US-Soldaten in Afghanistan sollen im Grenzgebiet zu Pakistan künftig in kleineren Gruppen operieren und direkt vor Ort bleiben, anstatt nach Razzien zu ihren Stützpunkten zurückzukehren. Damit könnten sie schneller auf Hinweise reagieren. Auf diese Weise hatte die so genannte Taskforce 121 auch Saddam aufgespürt und gefasst. „Wir versuchen, Lektionen aus der Saddam-Festnahme zu übernehmen“, sagte ein Regierungsbeamter der Zeitung. „Wir haben im Irak gelernt, dass es nur begrenzte Verstecke gibt, in denen sich einer wie Saddam oder Bin Laden wohl fühlen kann.“

Die amerikanisch geführten Koalitionsstreitkräfte in Afghanistan äußerten sich in Afghanistan optimistisch, dass der Terroristenchef über kurz oder lang gefasst wird. Es kämen immer mehr Hinweise aus der Bevölkerung, sagte der Sprecher der US-Armee, Bryan Hilferty. Der pakistanische Innenminister Makhdoom Syed Faisal Saleh Hayat sagte der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Samstagsausgabe), die Verfolgung Bin Ladens sei „ein Zahlenspiel“. Je mehr Soldaten eingesetzt würden, desto leichter könne „der Job erledigt werden“.

Bei einer Schießerei in der Nähe von Wana in Pakistan an der Grenze zu Afghanistan wurden am Samstag mindestens elf Menschen getötet und sechs verletzt. Nach offiziellen Angaben sollen unter den Toten auch mutmaßliche Terror-Verdächtige sein. In den Medien hieß es jedoch am Sonntag, es handele sich um Zivilisten, die mit ihren beiden Kleinlastwagen in eine Schießerei geraten seien.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%