Menschenrechts-Preisträgerin Tamara Chikunova kritisiert Regierung
"Usbekistan ist ein großes Gefängnis"

Das zentralasiatische Land Usbekistan ist nach Einschätzung der usbekischen Menschenrechts-Aktivistin Tamara Chikunova ein „großes Gefängnis“.

HB NÜRNBERG. Die Regierung von Ministerpräsident Islam Karimov mache vor allem Regime-Kritikern und Verteidigern elementarer Grundrechte das Leben zunehmend unerträglich, kritisierte die Gründerin der Organisation „Mütter gegen Todesstrafe und Folter“ in Nürnberg. Chikunova erhält an diesem Sonntag für ihr Engagement gegen Folter und Todesstrafe den 6. Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis.

Besonders nach dem Massaker in der Stadt Andischan im Mai, als die Polizei unkontrolliert in eine friedlich demonstrierende Menge geschossen habe, sei der Druck auf Journalisten, Intellektuelle und Menschenrechts-Aktivisten gewachsen, sagte die 57-Jährige. Sie stehe unter massivem Druck der Behörden. Seit Jahren leide sie unter Polizei-Schikanen.

Der Nürnberger Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) sagte, mit der Vergabe an Chikunova sei der Grundgedanke des Menschenrechtspreises auf das Beste umgesetzt worden: „Es geht um die stillen Helden der Menschenrechtsarbeit, die sich entschlossen haben, mehr zu tun als andere.“ Die diesjährige Trägerin des mit 15 000 Euro dotierten Preises gehöre zu jenen, die „Zivilcourage auch unter schwierigsten Bedingungen zeigen“.

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