Menschenrechtsorganisation
Militär in Guinea schießt auf Demonstranten

Bei einer Demonstration gegen die Militärregierung im westafrikanischen Guinea sind Menschenrechtlern zufolge rund 90 Menschen von Sicherheitskräften erschossen worden.

HB CONAKRY. Tausende Anhänger der Opposition hätten sich in einem Stadion in der Hauptstadt Conakry versammelt, als Sicherheitsleute das Feuer eröffneten, sagte der Leiter der Guinean Human Rights Organisation, Thierno Maadjou Sow, am Montag. Seine Notfallstation sehe aus wie ein „Schlachthaus“, berichtete ein Krankenhausarzt in der Hauptstadt Conakry dem britischen Rundfunksender BBC. Die Sicherheitskräfte waren mit scharfer Munition, Tränengas und Schlagstöcken gegen die Demonstranten vorgegangen, die gegen die Militärjunta protestierten. Offizielle Angaben über die Zahl der Toten und Verletzten gab es nicht, alle Informationen beruhten auf Angaben aus den Krankenhäusern Conakrys.

„Sie haben direkt auf die Menschen geschossen. Sie haben versucht, uns zu töten“, sagte der ehemalige Ministerpräsident Sidya Toure, der selbst durch Schüsse verletzt wurde, der BBC. Mindestens zwei Oppositionsführer, unter ihnen Cellou Diallo, der Leiter der Union der Demokratischen Kräfte von Guinea, wurden verhaftet. Ein Zeuge sagte, eine Polizeistation und mehrere Polizeifahrzeuge seien in Flammen aufgegangen.

Die mehr als 50 000 Teilnehmer der von den Behörden verbotenen Demonstration hatten gegen Oberst Moussa Camara protestiert, der nach dem Tod von Präsident Lansana Conte im vergangenen Jahr einen unblutigen Militärputsch angeführt hatte.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%