Merkel-Besuch
Israel rügt deutsches Iran-Geschäft

Nach den USA hat auch Israel die deutsch-iranischen Wirtschaftsbeziehungen kritisiert. Israel wirft Deutschland vor, einen Teil der Geschäfte mit Iran über Tarnfirmen in Dubai zu führen und so zu verschleiern. Bundeskanzlerin Merkel wies die Sorgen des Ministerpräsidenten zurück – und deutet europäische Sanktionen an.

JERUSALEM. Bei dem Besuch zum 60. Jahrestag der Gründung Israels kamen in Jerusalem erstmals Regierungsmitglieder Deutschland und Isreals zu gemeinsamen Beratungen zusammen. Bei seinem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel habe er das die Wirtschaftsbziehungen zwischem dem Iran und Deutschland mit großer Sorge angesprochen, sagte der israelische Premierminister Ehud Olmert am Montag in Jerusalem.

Merkel wies die Vorwürfe zurück. Die deutsche Wirtschaft verhalte sich im Gegensatz zu anderen Staaten sehr transparent, betonte die Bundeskanzlerin. Sie deutete an, dass es auf europäischer Ebene Überlegungen für eigene Sanktionen gebe, ohne konkreter zu werden.

Sie verteidigte die Wirtschaftskontakte mit Iran und verwies darauf, dass das Handelsvolumen in den vergangenen Jahren kontinuierlich zurückgegangen sei. Dies gelte auch für die Kredite. Man müsse nun überlegen, ob man noch mehr tue. Iran müsse „der Welt durch Transparenz zeigen, dass er nicht an einer atomaren Bewaffnung arbeitet“, forderte Merkel. Die Uno hatte die Sanktionen gegen Iran ein weiteres Mal verschärft, weil Teheran unzureichend mit der Internationalen Atomenergiebehörde zusammen arbeitet.

Israel verzichtet gestern darauf, von Deutschland und der EU einen Wirtschaftsboykott gegenüber Iran zu fordern. Allerdings hatte es vor dem Besuch Merkels durchaus entsprechende Überlegungen in der israelischen Administration gegeben. Da mit der dreitägigen Visite der Kanzlerin jedoch ein neues Kapitel in den gegenseitigen Beziehungen aufgeschlagen werden soll, unterblieben Aufforderungen zum Boykott Irans. Dennoch wächst in der deutschen Wirtschaft die Sorge, dass die in Iran tätigen Unternehmen zum Abbruch ihrer Kontakte gezwungen sein könnten, wenn sich die Lage dort weiter zuspitzt.

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