Merkel fordert entschlossenes Handeln
„Vorreiter in Sachen Klimaschutz“

Nach dem neuesten Weltklimabericht hat Bundeskanzlerin Angela Merkel ein internationales Vorgehen für den Umweltschutz gefordert. Auch Umweltminister Sigmar Gabriel sprach sich für eine ehrgeizige Klimapolitik aus.

HB BERLIN. „Der Bericht bestätigt, dass der Klimawandel eine Tatsache ist“, sagte Merkel der „Süddeutschen Zeitung“. Notwendig sei „ein schnelles und entschiedenes Handeln, um den Temperaturanstieg weltweit zu begrenzen und den Kohlendioxid-Ausstoß zu verringen“, wurde Merkel weiter zitiert. Die Bundesregierung werde weiter Vorreiter beim Klimaschutz sein. „Ich werde das Thema auch beim G-8-Gipfel im Juni im Heiligendamm ansprechen“, sagte die CDU-Politikerin. „Mein Ziel ist es, möglichst alle Staaten in die Verantwortung für den Klimaschutz einzubinden.“

Auch Umweltminister Sigmar Gabriel verwies auf den G-8-Gipfel, bei dem der Klimaschutz als Top-Thema auf der Tagesordnung stehe. „Je stärker sich das Klima ändert, desto schwerwiegender sind die Folgen für Mensch und Umwelt. Sie sind aber weniger folgenschwer, je früher und entschiedener Maßnahmen zur Minderung der Treibhausgasemissionen ergriffen werden“, sagte der SPD-Politiker. Trotz der Versuche der Delegationen aus Saudi-Arabien, China, den USA und Russland, den Bericht des Weltklimarats (IPCC) in einigen Passagen abzuschwächen, sei es gelungen, die substanziellen Aussagen zu den „dramatischen Folgen der Klimaänderungen“ zu erhalten.

Der Leiter des Umweltbundesamts (UBA), Andreas Troge, sagte dem „Tagesspiegel“, der in Brüssel veröffentlichte zweite Teil des Weltklimaberichts sei ein starker Impuls für ein Folgeabkommen für das Kyoto-Protokoll. Den Folgen der globalen Erwärmung könne sich die Menschheit nicht wie bei früheren dramatischen Veränderungen durch Völkerwanderung anpassen. Rund 30 Prozent der Weltbevölkerung lebten in den 30 Kilometern entlang der Küsten und seien von steigenden Meeresspiegeln bedroht. Diese Menschen gehörten nicht zu den Ärmsten, und „das wird politisch Druck machen“. Zudem forderte Troge eine „völlige Neuausrichtung der Entwicklungshilfe“. Es müsse vor allem in Entwicklungsländern gelingen zu beweisen, dass Klimaschutz und Wohlstand sich nicht ausschlössen. Außerdem müssten die Ausgaben für die Entwicklungshilfe deutlich erhöht werden.

Der umweltpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Michael Kauch, rief die Bundesregierung zu einer „G8-Innovationsoffensive für saubere Energie“ auf. Notwendig sei außerdem ein „Aufbruch zu einem Post-Kyoto-Abkommen mit verbindlichen Emissionsgrenzen für die großen Volkswirtschaften“. Der Technologietransfer in die Entwicklungsländer müsse ein höheres Gewicht bekommen, forderte Kauch weiter. In Deutschland müssten Emissionsrechte so weit wie möglich versteigert werden.

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