Merkel glänzt beim G8-Gipfel mit weiterem Erfolg
Angela Merkel Gipfel-Star

Was Angela Merkel auf internationalem Parkett auch anfasst, es gelingt ihr: Auch den G8-Gipfel kann die Bundeskanzlerin als internationalen Erfolg auf der Haben-Seite verbuchen. Wie sie die Mächtigen der Welt in den Tagen von Heiligendamm auf einen gemeinsamen Kurs gebracht hat.

HB HEILIGENDAMM. Während ihr Talent zu Diplomatie und Ausgleich ihr innenpolitisch oft als Schwäche ausgelegt wird, kommt es in Verhandlungen mit den Mächtigen der Welt meist positiv zur Geltung. So gelang es ihr beim G-8-Gipfel in Heiligendamm mit einer Mischung aus Standhaftigkeit und Freundlichkeit, die Staats- und Regierungschefs der acht führenden Industriestaaten auf eine gemeinsame Klimaschutzstrategie einzuschwören. Der Rest war Kür.

Da mögen Umweltschützer und Oppositionspolitiker noch so sehr am Klimakompromiss des G-8-Gipfels herummäkeln, Merkel hat ihr Ansehen auf internationaler Bühne erneut gemehrt. Nachdem sie schon kurz nach ihrem Amtsantritt als Kanzlerin Ende 2005 die Blockade der EU-Mitgliedstaaten über den mittelfristigen EU-Finanzplan löste und im März die EU auf eine gemeinsame Klimastrategie einschwor, gelang ihr in Heiligendamm erneut ein Durchbruch.

Und das war umso erstaunlicher, als sich ihr erklärter Freund George W. Bush lange gegen Merkels Dringen auf verbindliche Klimaziele gestemmt hatte. Der US-Präsident hatte kurz vor dem Gipfel mit einer eigenen Klimainitiative aufgewartet, die sich an die 15 größten Verursacher von Treibhausgasen richtete. Diese Initiative integrierte er jetzt flugs in Merkels Gesamtstrategie und zeigte sich bereit, alle Klimaschutzbemühungen wie von der Kanzlerin gewünscht unter dem Dach der Uno zu bündeln. Schließlich verpflichtete er sich wie die anderen darauf, „ernsthaft in Betracht zu ziehen“, die Treibhausgasemissionen bis 2050 zu halbieren.

Souverän präsentierte sich Merkel am Konferenztisch zwischen Bush und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, locker plauderte sie mit den sieben Kollegen und dem EU-Kommissionspräsidenten beim Aperitif auf der Terrasse des Konferenzhotels von Heiligendamm - und schaffte so offenbar ein Ambiente, in dem Kompromisse möglich wurden. Der italienische Ministerpräsident Romano Prodi lobte denn auch die Verhandlungsführung Merkels. „Sie führt und moderiert gleichzeitig, das schafft eine besondere Atmosphäre“, sagte Prodi. Dadurch gebe es „kein Gefühl von Spaltung“.

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