Merkel in China
15,5-Milliarden-Auftrag für Airbus

Deutschland und China wollen bei der Lösung internationaler Krisen kooperieren – vor allem im Syrien-Konflikt. Kanzlerin Merkel freute sich in Peking aber auch über weitreichende Wirtschaftsabkommen in Milliardenhöhe.
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PekingChina und Deutschland wollen bei einer politischen Lösung der Syrienkrise eng zusammenarbeiten. Beim Besuch von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in Peking hob Chinas Regierungschef Li Keqiang hervor, dass auch die Vereinten Nationen „ein guter Weg“ für eine Lösung des Konflikts seien.

Er versprach mehr humanitäre chinesische Hilfe für die Länder in der Region, die viele Flüchtlinge unterbringen und versorgen müssen. Bei den anschließenden Gesprächen soll es angesichts der Umbruchphase in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt auch um die Vertiefung der traditionell guten deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen gehen. Peking erwartet Unterstützung bei Strukturwandel und Modernisierung.

Das langsamere Wachstum Chinas bereitet vor allem den deutschen Auto- und Maschinenherstellern Sorgen. Merkel wird von einer großen Wirtschaftsdelegation begleitet - darunter auch der neue VW-Chef Matthias Müller. Er dürfte mit seinen Gesprächspartnern auch über den VW-Abgasskandal sprechen.

Beim Besuch der Kanzlerin sind am Donnerstag weitreichende Wirtschaftsabkommen in zweistelliger Milliardenhöhe unterzeichnet worden. Airbus vereinbarte die Lieferung von insgesamt 130 Flugzeugen mit einem Listenpreis von 17 Milliarden US-Dollar (15,5 Milliarden Euro), wie ein Firmenvertreter der Deutschen Presse-Agentur sagte. „Es ist einer der größten Aufträge, die China bisher abgeschlossen hat.“ Es geht um 100 Maschinen vom Typ A320 und 30 weitere vom Typ A330.

Zu den weiteren Vereinbarungen gehört unter anderem eine strategische Kooperation zwischen dem deutschen Maschinenbauunternehmen Voith und der chinesischen Drei-Schluchten-Gesellschaft, die den Staudamm am Jangtse-Strom gebaut hat.

Die Abkommen wurden in Gegenwart von Kanzlerin Merkel und Regierungschef Li Keqiang unterzeichnet. Der Umfang ist überraschend groß, da bei der Reise ursprünglich keine größeren Wirtschaftsvereinbarungen erwartet worden waren.

Deutschland ist der größte Handelspartner Chinas in Europa. Ein knappes Drittel aller Handelsströme Chinas mit der EU entfallen auf Deutschland. Umgekehrt ist das Reich der Mitte der wichtigste deutsche Handelspartner in Asien und der drittgrößte weltweit.

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  • Wenn die jetzt in China ist könnte man sie hier zur persona non grata erklären und die Einreise verbieten.
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    Das Hauptproblem wäre dann schon mal beseitigt und der vermutlich sehr teure Chinabesuch hätte wenigstens einen Sinn.

  • Es wird endlich Zeit das Politk wieder beginnt normale Beziehungen zu pflegen.
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    Russland ist in Europa ein wichtiges Land, es ist das Land mit dem größten Potential an Rohstoffen. Aus wirtschaftlicher Vernunft ist eine positive Zusammenarbeit sinnvoll.
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    Aus Sicherheitspolitischen Gründen ist eine ständige Abstimmung notwendig, ebenso notwendig wie die enge Abstimmung mit der US Politik.

    Die Welt wird multipolar, die einseitige und seit Merkel nicht mehr hinterfragte Beziehung zu den USA braucht eine Balance. Europa muss Verantwortung übernehmen, Deutschland wird dazu regelrecht gedrängt seine Verantwortung wahr zu nehmen.
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    Die Verantwortung kann nicht darin bestehn der beste Vasall einer US Politik zu sein, die immer stärker den eigenen Interessen diametral entgegen läuft.
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    Gabriel müsste, falls er es ernst meint, auch die GROKO platzen lassen um das Ziel der Normalisierung zu erreichen, wenn Merkel und CO. weiterhin den US-VASALLEN geben.....aber sein Ämtchen und die Pension ist ihm lieber !!!!

  • Wikileaks: Entvölkerung von Syrien ist Teil der US-Strategie
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    Wikileaks-Gründer Julian Assange glaubt, dass die Massenflucht aus Syrien Teil der US-Strategie gegen die Regierung Assad sei: Die Entvölkerung des Landes bringe das Land an den Rand des Kollaps, weil vor allem die gebildete Mittelschicht vertrieben wird. Europas Strategie der offenen Grenzen spiele den US-Interessen in die Hände.
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    Die „Entvölkerung Syriens“ sei Teil des Konzepts zum Sturz Assads, „weil durch den Krieg vor allem die Mittelklasse weggeht, sprich Ärzte, Beamte, Anwälte, Ingenieure – also genau jene Berufsgruppen, die man braucht, um ein Land überhaupt funktionsfähig zu halten“. Die Vertreibung dieser Gruppen führe zu einer massiven Schwächung von Assad.
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    Assange sagte, er wisse selbst als Flüchtling, wie wichtig es ist, die Flüchtlinge freundlich aufzunehmen. Denn die Folge der „Politik der offenen Grenzen in Europa“ sei falsch, weil genau das die Ambitionen der Amerikaner unterstütze. Assange: „Wir haben diplomatische Noten, aus denen hervorgeht, dass die schwedische Regierung während des Irak-Kriegs gesagt habe, dass ihr Beitrag zum Krieg die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen sei. Der Irak hat vor einigen Jahren Deutschland gebeten, die Iraker nicht einzuladen, nach Deutschland zu kommen, weil dies für den Aufbau des Landes schlecht sei. Deutschland hatte dem Wunsch dann entsprochen.“

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