Merkel in China
Sprecht bitte Klartext!

Das Verhältnis zwischen Peking und Berlin ist gut – und verträgt daher auch Konflikte um weitere Reformen im Reich der Mitte. Kanzlerin und Unternehmensführer müssen in China geschlossen auftreten. Ein Kommentar.
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PekingDeutschland und China pflegen gute Beziehungen. Nicht umsonst reist Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu ihrem achten Besuch nach Peking. Gerade deshalb sollte die deutsche Regierungschefin in Peking auf weitere Reformen in Chinas Justizsystem und bessere Marktzugänge für deutsche Firmen drängen. Sie braucht sich nicht anzubiedern, wie der britische Premierminister David Cameron vergangene Woche.

Für erfolgreiche Verhandlungen sind jedoch auch die mitreisenden deutschen Unternehmer in der Pflicht. Bei Merkels vergangener Reise im Juli 2014 entwickelte der neugegründete Deutsch-Chinesische Beratende Wirtschaftsausschuss (DCBWA) ein Eigenleben.

Es kursierte ein Papier, das Geld der Steuerzahler für einen Innovationsfonds empfahl, Partnerschaften zwischen Universitäten anregte und ein vorteilhafteres China-Bild in deutschen Medien anstrebte – allerdings alles ohne Abstimmung mit der Kanzlerin. Anschließend war die Verstimmung in der deutschen Delegation groß, und selbst chinesische Beamte zeigten sich irritiert.

Für eine erfolgreiche deutsche Interessenpolitik müssen sich Politik und Wirtschaft besser abstimmen. Viele deutsche Konzerne sind stark von den Entwicklungen in China abhängig. Im vergangenen Jahr summierte sich der deutsch-chinesische Handel auf 154 Milliarden Euro, in diesem Jahr soll er sogar noch etwas höher ausfallen. Angela Merkel und VW-Vorstandschef Matthias Müller müssen in China versichern, dass die VW-Affäre rasch und lückenlos aufgeklärt wird. Sonst könnte das sehr hohe Ansehen der Marke „made in Germany“ leiden.

Gleichzeitig sollte die deutsche Delegation Chinas wirtschaftliche Öffnung loben, aber zu weiteren Reformen drängen. Zum Auftakt der China-Reise der Kanzlerin beendet das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei seine Beratungen über den 13. Fünfjahresplan (2016 – 2020).

Kommentare zu " Merkel in China: Sprecht bitte Klartext!"

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  • ich freue mich soooo sehr dass di flüchtlinge münchen fluten

  • perfekt formuliert

  • "Zeig mir deine Freunde und ich sag dir wer du bist"

    Mit Chinesen haben wir 3 jahre lang Geschäfte gemacht und haben gelernt: Schmutzig, verlogen, durchtrieben.
    Ihr Glaube ist das Geld. Wer am stärksten betrügt und am meisten Geld ergaunert ist am höchsten angesehen.

    Nun Frau Merkel, was denken Sie wie meine Firma und ich über Sie denken?

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