Merkel in China

Sprecht bitte Klartext!

Das Verhältnis zwischen Peking und Berlin ist gut – und verträgt daher auch Konflikte um weitere Reformen im Reich der Mitte. Kanzlerin und Unternehmensführer müssen in China geschlossen auftreten. Ein Kommentar.
21 Kommentare

„Merkel will Druck auf chinesische Regierung ausüben“

PekingDeutschland und China pflegen gute Beziehungen. Nicht umsonst reist Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu ihrem achten Besuch nach Peking. Gerade deshalb sollte die deutsche Regierungschefin in Peking auf weitere Reformen in Chinas Justizsystem und bessere Marktzugänge für deutsche Firmen drängen. Sie braucht sich nicht anzubiedern, wie der britische Premierminister David Cameron vergangene Woche.

Für erfolgreiche Verhandlungen sind jedoch auch die mitreisenden deutschen Unternehmer in der Pflicht. Bei Merkels vergangener Reise im Juli 2014 entwickelte der neugegründete Deutsch-Chinesische Beratende Wirtschaftsausschuss (DCBWA) ein Eigenleben.

China-Korrespondent des Handelsblatts.
Stephan Scheuer

China-Korrespondent des Handelsblatts.

Es kursierte ein Papier, das Geld der Steuerzahler für einen Innovationsfonds empfahl, Partnerschaften zwischen Universitäten anregte und ein vorteilhafteres China-Bild in deutschen Medien anstrebte – allerdings alles ohne Abstimmung mit der Kanzlerin. Anschließend war die Verstimmung in der deutschen Delegation groß, und selbst chinesische Beamte zeigten sich irritiert.

Für eine erfolgreiche deutsche Interessenpolitik müssen sich Politik und Wirtschaft besser abstimmen. Viele deutsche Konzerne sind stark von den Entwicklungen in China abhängig. Im vergangenen Jahr summierte sich der deutsch-chinesische Handel auf 154 Milliarden Euro, in diesem Jahr soll er sogar noch etwas höher ausfallen. Angela Merkel und VW-Vorstandschef Matthias Müller müssen in China versichern, dass die VW-Affäre rasch und lückenlos aufgeklärt wird. Sonst könnte das sehr hohe Ansehen der Marke „made in Germany“ leiden.

Gleichzeitig sollte die deutsche Delegation Chinas wirtschaftliche Öffnung loben, aber zu weiteren Reformen drängen. Zum Auftakt der China-Reise der Kanzlerin beendet das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei seine Beratungen über den 13. Fünfjahresplan (2016 – 2020).

Deutschland hat von Chinas Aufstieg massiv profitiert
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Merkel in China - Sprecht bitte Klartext!

21 Kommentare zu "Merkel in China: Sprecht bitte Klartext!"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • ich freue mich soooo sehr dass di flüchtlinge münchen fluten

  • perfekt formuliert

  • "Zeig mir deine Freunde und ich sag dir wer du bist"

    Mit Chinesen haben wir 3 jahre lang Geschäfte gemacht und haben gelernt: Schmutzig, verlogen, durchtrieben.
    Ihr Glaube ist das Geld. Wer am stärksten betrügt und am meisten Geld ergaunert ist am höchsten angesehen.

    Nun Frau Merkel, was denken Sie wie meine Firma und ich über Sie denken?

  • Meine völlig unfähige Nachfolgerin ist in dieser Zeitung auf diversen Photos zu sehen. Abgesehen davon, daß sie ohnehin nur Schaden anrichtet, ist diese Frau noch schäbigst gekleidet. Bezahlt dieses Land seine Unabwählbaren Vertreter
    nicht oder muß man sich nach seiner Amtszeit als Gasmann oder Gewebetreibender den entgangenen Salär wiederholen ?

  • China wird genau in dem Umfang Reformen durchführen, wie es diese Reformen selber für notwendig erachtet. Pädagogisierende Vorschläge, sollte sie Frau Merkel
    machen, werden von den Chinesen lächelnd zur Kenntnis genommen.
    Das dürfte alles sein.

    Wenn China jetzt selber zum Patentschutz eine andere Position einnimmt als noch vor nicht langer zeit, dann deshalb, weil in China selber massenhaft Patente angemeldet werden, wie in jeder fortgeschrittenen Industriegesellschaft.

  • Politik und Klartext? Der Kommentar tor verwechselt, wer wen braucht. Natürlich brauchen wir uns alle mit einander. Wann erkennt die westliche Welt endlich, dass Demokratie in China, Russland und z.B. der Türkei anders buchstabiert wird als in Europa, hält doch selbst der Olymp der Freiheit, die USA, nicht unseren Vorstellungen von Rechtsstaatlichkeit (Guantanamo) und Demokratie stand. China schließlich hat eine mehrere tausendjährige Kultur. Warum sollte die Chinesen diese gegen den weseuropäischen Wertekanon eingetauschen? Für mehr als 90 % der Chinesen ist wichtig, am Wohlstand teilzuhaben. Pressefreiheit ist etwas für Intellektuelle. Beschränken wir uns darauf, den westeuropäsischen Wertekanon hier zu leben und zur Blüte zu bringen. Das ist besser als ferne Völker zu belehren.

  • >> Gleichzeitig sollte die deutsche Delegation Chinas wirtschaftliche Öffnung loben, aber zu weiteren Reformen drängen. >>

    Deutschland ist wirtschaftlich im Vergleich zu China ein ZWERG !

    Und dieser Zwerg hat NICHTS zu melden. Dieser Zwerg kann weder in Europa, noch im eigenen Lande selbst für Ordnung sorgen, was will er noch China belehren....?

    Die Beliebteste muss aufpassen, dass auch das Verhältnis zu den Chinesen nicht zerrüttet, wie sie dies bereits mit den Russen vollzogen hat.

    Die Deutsche Wirtschaft wäre besser beraten, die PR-Schmarotzerin erst gar nicht mitzunehmen !

    Denn man weiß ja mittlerweile, dass die Dilettantin die Türen NICHT öffnet, sondern zuschlägt.

  • http://www.handelsblatt.com/politik/international/fluechtlingskrise-griechenland-gegen-gemeinsame-grenzpatrouillen-mit-tuerkei/12518072.html
    Ist den jeder Sozi geisteskrank.

  • Klartext? Na klar! Frau Merkel ist ja bekannt für ihre klaren Worte. Also darf man gespannt sein (hüstel).

  • Habe eben im Bunker die Nachrichten gesehen. Die Okkupanten nächtigen in Pappkartons mit Kindern. So etwas hat es im Reich nicht gegeben.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%