Merkel in Paris
Merkel zeigt Verständnis für Atomdrohung

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bei ihrem Paris-Besuch Verständnis für die Drohung des französischen Präsidenten Jacques Chirac gezeigt, einen Terrorangriff eines Staates auf sein Land unter Umständen mit dem Einsatz von Atomwaffen zu beantworten.

HB VERSAILLES/BERLIN. Die Äußerungen des Präsidenten stünden im Einklang mit der bisherigen französischen Nuklearpolitik, sagte Merkel nach einem zweistündigen Treffen mit Chirac am Montagabend in Versailles bei Paris. „In diesem Sinne glaube ich, dass es da überhaupt nichts zu kritisieren gibt. Das ist meine Haltung dazu.“ Die Aufregung in Deutschland über die Rede des Präsidenten habe sie mit einer gewissen Verwunderung verfolgt, sagte die Kanzlerin.

Sie habe mit Chirac über dessen Äußerungen gesprochen und Verständnis dafür, dass Frankreich seine Nuklearstrategie der veränderten Bedrohungslage anpasse. Chirac verteidigte seine Haltung. Die Schwelle für den Einsatz der Nuklearstreitkräfte sei keineswegs gesenkt worden. Die beiden Spitzenpolitiker betonten auf ihrer Pressekonferenz, Deutschland und Frankreich wollten die Entwicklung der Europäischen Union (EU) in den Bereichen Arbeitsmarkt, Forschung und Zuwanderung maßgeblich vorantreiben. Dem solle auch ein deutsch-französisches Ministertreffen Mitte März in Berlin dienen.

Merkel betonte, es handele sich bei Chiracs Äußerungen um eine Frage der Abschreckung. Die französische Nukleardoktrin müsse natürlich den veränderten Bedrohungen angepasst werden. „Das müssen wir sehen.“

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