Merkel-Kritik
Berlin übergeht iranischen Affront mit Schweigen

Dass der Iran Angela Merkel abgekanzelt hat wie ein Schulkind, dürfte die Bundeskanzlerin mindestens geärgert haben. Offiziell wahrt sie die Form und lässt ihren Sprecher verkünden, dass es nichts zu verkünden gibt.

HB BERLIN. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Hamid-Resa Assefi, hatte Merkel am Sonntag nach ihrer Kritik am iranischen Atomprogramm scharf angegriffen. Ihre Äußerungen seien gekennzeichnet von „Narzissmus und Überheblichkeit“ und ihre Bemerkungen irrelevant in der derzeitigen Lage. „Ein Politiker sollte vorsichtiger sein. Sie sollten nicht die Augen schließen und den Mund aufmachen, sondern erst die Augen und dann langsam den Mund und vorsichtig sprechen.“

Regierungssprecher Ulrich Wilhelm sagte dazu am Montag, die Bundesregierung habe die Äußerungen zur Kenntnis genommen. „Ich gedenke aber nicht, dazu Stellung zu nehmen.“ Vielmehr verwies er darauf, dass die Tür zu Verhandlungen in der Frage der iranischen Atompolitik offen sei und ein Treffen am 16. Februar in Russland stattfinden werde.

Wilhelm sagte, die Bundesregierung sei sehr daran interessiert, dass alle Wege zu einer diplomatischen Lösung offen blieben. Die Äußerungen der Bundeskanzlerin, die die derzeitige Situation mit der Lage in Europa vor dem Zweiten Weltkrieg verglichen hatte, beinhalteten nicht die Schlussfolgerung eines Waffenganges als ultima ratio. „Von der Anwendung militärischer Mittel war nicht die zu keinem Zeitpunkt in den Ausführungen die Rede.“

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