Merkel sieht Kontinuität nach Russland-Reise
Putins Nachfolger macht es dem Westen nicht einfacher

Bundeskanzlerin Angela Merkel erwartet unter dem künftigen russischen Präsidenten Dmitri Medwedew eine Fortführung bisherigen Beziehungen, zu denen auch Spannungen gehörten. Der scheidende Präsident Wladimir Putin hatte ihr zuvor prophezeit, dass sein Nachfolger es dem Westen nicht einfacher machen werde als er selbst.

HB BERLIN/MOSKAU. „Ich glaube, dass es Kontinuität geben wird“, sagte Merkel am Samstag nach dem einem Treffen mit Medwedew in Moskau. „Ich glaube nicht, dass die Kontroversen gleich verschwinden.“ Auch Medwedew sagte, die strategische Partnerschaft solle fortgesetzt werden. Der scheidende Präsident Wladimir Putin, mit dem Merkel ebenfalls sprach, bezeichnete Deutschland als „einen der wichtigsten Partner weltweit“, mit dem der bisherige Kurs fortgesetzt werde.

Trotz Kritik an der Wahl in Russland hatte Merkel bereits vor ihrem Kurzbesuch ihren Willen zur Zusammenarbeit mit dem 42-Jährigen Medwedew betont. Merkel lud den zukünftigen Präsidenten ein und zeigte sich zuversichtlich, dass eine seiner ersten Reisen ihn nach Deutschland führen würde. Putin hatte zuvor bei seinem Treffen mit Merkel angekündigt, dass sein Nachfolger es dem Westen nicht einfacher machen werde als er selbst. „Ich glaube nicht, dass unsere Partner es mit Medwedew leichter haben werden“, sagte er. Merkel sagte dazu: „Ich habe mir verkniffen zu sagen: ich hoffe aber auch nicht schwerer.“

Die Bundesregierung hat in der Vergangenheit mehrfach die Lage der Bürger- und Menschenrechte in Russland kritisiert. Spannungen gab es zudem wegen des russischen Widerstands gegen die Unabhängigkeit des Kosovo.

Im Vorfeld des Besuchs hatte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm mitgeteilt, die Kanzlerin werde den Verlauf der Wahl am vergangenen Sonntag offen ansprechen. Die Abstimmung war vom Westen als undemokratisch kritisiert worden. Europäische Wahlbeobachter bezeichneten sie als weder fair noch frei.

Medwedew war nach offiziellen Angaben mit mehr als 70 Prozent der abgegebenen Stimmen in das höchste Staatsamt gewählt worden. Putin, mit dem Merkel ein wechselhaftes politisches Verhältnis gepflegt hat, soll unter Medwedew Ministerpräsident werden.

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