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17.07.2008 
Regierungs-Airbus defekt

Merkel sitzt in Algerien fest

Der Staatsbesuch in Algerien ist vorbei, aber Bundeskanzlerin Angela Merkel weilt immer noch im Lande: Ein etwa 30 Zentimeter langer Riss in der Außenhaut hat ihren Regierungsairbus vorerst flugunfähig gemacht.

Kanzlerin Angela Merkel hier bei ihrer Ankunft mit dem Regierungsairbus in Algerien. Der Abflug verlief nicht so reibungslos. Foto: dpaLupe

Kanzlerin Angela Merkel hier bei ihrer Ankunft mit dem Regierungsairbus in Algerien. Der Abflug verlief nicht so reibungslos. Foto: dpa

HB ALGIER. Nach Informationen aus diplomatischen Kreisen wurde eine Gangway etwa anderthalb Stunden vor dem für 15 Uhr geplanten Abflug nach Berlin so heftig an die „Theodor Heuss“ gefahren, dass der Riss entstand.

Die Abreise der Kanzlerin, die am Donnerstag ihren 54. Geburtstag feierte, und ihrer Delegation nach dem zweitägigen Algerien-Besuch dürfte sich dadurch um einige Stunden verzögern. Der Regierungs-Airbus muss nach Auskunft der Luftwaffe notdürftig geflickt werden, darf aber aus Sicherheitsgründen nicht mit Passagieren und schon gar nicht mit der Bundeskanzlerin nach Deutschland geflogen werden.

Nach Angaben von Regierungssprecher Ulrich Wilhelm bot Präsident Abdelaziz Bouteflika der Kanzlerin als Ersatz sowohl seine Präsidentenmaschine als auch ein Flugzeug der staatlichen Fluglinie Air Algérie an.

Die Kanzlerin verzichtete darauf, mit dem algerischen Regierungsflugzeug zurückzureisen, und beschloss laut Wilhelm, gemeinsam mit der Delegation in der Air-Algérie-Maschine zu fliegen. Dienstliche Termine standen am Abend nicht mehr auf ihrem Kalender.

Zuvor hatten Merkel und Bouteflika beschlossen, die Wirtschaftsbeziehungen trotz verkrusteter sozialistischer Strukturen in dem öl- und gasreichen Land weiter zu intensivieren. Zum Abschluss ihrer ersten zweitägigen Algerien-Reise sagte Merkel am Donnerstag in Algier, sie sehe ihren Besuch als weiteren Schritt in der „Dynamisierung der freundschaftlichen Beziehungen“.

Einen Durchbruch gab es in den laufenden Verhandlungen über zahlreiche Großprojekte aber noch nicht, die der deutschen Wirtschaft Milliarden-Aufträge bringen könnten.

Es wurde einzig ein – wenn auch spektakulärer – Vertrag über die Bauplanung der drittgrößten Moschee der Welt durch ein deutsches Architekten- und Ingenieurteam geschlossen. Das muslimische Gotteshaus in Algier soll rund 40 000 Gläubigen Platz bieten und bis 2012 fertiggestellt sein.

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