Merkel und Hollande: Bonjour, mon ami

Merkel und Hollande
Bonjour, mon ami

Angela Merkel und ihr französischer Kollege Francois Hollande sind nicht gerade Freunde. Doch Charlie Hebdo, Minsk und der Absturz der Germanwings-Maschine haben sie zusammengeschweißt. Nun besucht Hollande Berlin.
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Berlin/ParisParteipolitisch war die Schnittmenge von Angela Merkel und François Hollande von Anfang an klein. Doch international ist ihre Übereinstimmung inzwischen groß. So groß, dass die Achse Berlin-Paris wieder als entscheidender Stabilitätsfaktor in Europa wahrgenommen wird. Das Verhältnis der Christdemokratin und des Sozialisten ist gewachsen - an vereinter Krisenbewältigung.

Gemeinsam trauerten die Kanzlerin und Frankreichs Präsident im Januar um die Opfer der Terrorserie von Paris, die mit dem Attentat auf das Satire-Magazin „Charlie Hebdo“ begann. Im Februar verhandelten sie 17 Stunden am Stück mit Russlands Staatschef Wladimir Putin in Minsk über Frieden in der Ukraine. Beim EU-Gipfel Mitte März in Brüssel stimmten sie sich erst einmal untereinander über mögliche Lösungen der griechischen Schuldenkrise ab.

Und in der vorigen Woche sah man sie wieder vereint in Trauer. In Südfrankreich, wo die Germanwings-Maschine 4U9525 in den Alpen abstürzte und 150 Menschen starben. Gemeinsam reisten Merkel und Hollande zur Absturzstelle. Merkel dankte den französischen Helfern für ihre schwierige Arbeit, Leichen und Trümmer zu bergen. Und sie dankte den Dorfbewohnern, die sich um die Angehörigen der Toten kümmerten.

Es sei lange her, dass Deutschland und Frankreich so eng zusammengearbeitet haben, heißt es in Paris. Hollande und Merkel könnten sich aufeinander verlassen. Auch, wenn es schwierig wird, wie etwa in Wirtschafts- und Finanzfragen oder beim Tempo von Strukturreformen. Das erleichtere den Umgang miteinander. Auch die Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Laurent Fabius sind ein eingespieltes Team. So sieht man das auch in Berlin.

In dieser vergleichsweise gelösten Stimmung konsultieren sich die beiden Regierungen am Dienstag in Berlin. Als Frankreichs Ministerpräsident Manuel Valls im September in Berlin war, wirkte die Lage angespannter. Valls hatte die Deutschen zwar höflich und mit Herzblut um Verständnis für Frankreich gebeten, aber zugleich selbstbewusst Grenzen in der Finanzpolitik gezogen.

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  • Von Hollande und seiner (bisher erfolglosen Wirtschafts-) Politik können wir ja halten, was wir wollen. Wir sollten uns aber auch daran erinnern, dass die sog. Achse Paris-Berlin immer das Rückgrat Europas war. Heute sollte diese Verbindung umso mehr gestärkt werden, zumal GB auf dem Abflug aus Europa zu sein scheint, die 'großen' Südländer Italien und Spanien mit vielen internen, eigenen Problemen beschäftigt sind. Nur eine funktionierende Allianz F-D kann Europa zusammenhalten.

  • Hoffentlich müssen wir uns bei der legendären Triebhaftigkeit gallischer Politiker keine Sorgen um Mutti machen!

  • Es ist pure Show was Merkel da mit Hollande umtreibt. Diese Charly-Aktion war für die Presse gestellt; eingehakt voran. Im übrigen ist Merkel Freund der Moslems - incl. der radikalen. Glaubte Merkel tatsächlich mit ihrer 2. Aktion in Minsk Putin zur Raison zu bringen? Der lachte nur. Die Krim bleibt russisch, ebenso der Osten der Ukraine.

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