Merkel und Sarkozy Dringender Anruf in Athen

Berlin und Paris verstärken den Druck auf Athen. Angela Merkel und Nicolas Sarkozy wollen gemeinsam bei Premier Papandreou in Athen anrufen. Ihr Forderungen sind hart, klar - und nicht zu Ende gedacht.
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Nicolas Sarkozy, Giorgos Papandreou and Angela Merkel beim EU-Gipfel (Archivbild). Quelle: dpa

Nicolas Sarkozy, Giorgos Papandreou and Angela Merkel beim EU-Gipfel (Archivbild).

(Foto: dpa)

BerlinGriechenland muss seinen brutalen Sparkurs nicht nur fortführen, sondern noch beschleunigen. Das ist offenbar die Botschaft, die Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsidenten Nicolas Sarkozy dem griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou bei einer Telefonkonferenz am Mittwoch Abend unter die Haut reiben wollen. Ein Bankrott des überschuldeten Landes würde die Eurozone in Gefahr bringen und muss mindestens bis 2013 aufgeschoben werden. Also heißt es für Griechenland: sparen, sparen, sparen.

Der Termin für das Dreier-Telefonat sei mit Blick auf das informelle Treffen der Euro-Finanzminister Ende der Woche in Polen vereinbart worden, hieß es in Regierungskreisen in Athen.

Merkel und Sarkozy wollen von Papandreou klare Aussagen, wie er seine zahlreichen Zusagen umsetzten will, heißt es in Berlin. Schafft er das nicht, soll die nächste Tranche in Höhe von acht Milliarden Euro nicht und wäre in Kürze pleite. aus den zugesagten Krediten von EU und IWF nicht fließen.

Entscheidend für die Auszahlung der nächsten Kreditrate ist das Votum der sogenannten Troika von EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF). Die Finanzexperten hatten ihre Konsultationen Anfang September im Streit mit Athen abrupt abgebrochen. Eigentlich sollten sie am heutigen Mittwoch nach Athen zurückkehren, verschoben die Visite aber erneut auf kommenden Montag.

Wie es aus Kreisen des Athener Finanzministeriums hieß, hängt die Verzögerung der Anreise der „Troika“ damit zusammen, dass die Experten die Ergebnisse des Treffens der Finanzminister der EU in Breslau Ende der Woche abwarten wollten.

Denkbar ist aus, dass Berlin und Paris bei der Telefonschaltung den Griechen technische Hilfe aufdrängen: etwas Berater für den Aufbau einer effizienten Steuerverwaltung oder Privatisierungsexperten, die den Ausverkauf des Staatsbesitzes vorantreiben. Am Dienstag war bereits eine erste Gruppe von EU-Experten in Athen eingetroffen, um die griechischen Verwaltung bei der Bewältigung der Schuldenkrise unter die Arme zu greifen.

Dadurch sollen „Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum und Beschäftigung“ gefördert werden, wie die EU-Kommission mitteilte. Das Expertenteam unter der Leitung des Deutschen Horst Reichenbach unterstützt Griechenland etwa bei Anträgen auf dem Land zustehende EU-Fördergelder sowie bei der Modernisierung der Verwaltung.

Papandreou verlangt höheren Beitrag der Banken
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14 Kommentare zu "Merkel und Sarkozy: Dringender Anruf in Athen"

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  • Das Ganze mutet wie Irrsinn auf höherer Ebene an. Die Forderung von Merkel und Sarkozy, Papandreou soll mehr sparen, also weniger ausgeben (oder doch mehr einnehmen?), würde auch die Möglichkeit umfassen, weniger bestehende Schulden zu tilgen bzw. weniger Zinszahlungen zu leisten.

    Würde nun der griechische Staat an anderer Stelle Auszahlungen reduzieren, widerspricht das ganz klar dem üblichen Credo, der Staat möge durch Mehrausausgaben die Nachfrage stützen oder sogar erhöhen. Eine Reduktion der Staatsausgaben (ob nun konsumptiv oder investiv) würde katastrophale Wirkungen auf die griechische Privatwirtschaft ausüben - in der Folge werden die Staatseinnahmen noch erheblich stärker sinken.

    Demnach könnte der Staat nur Ausgaben kürzen, indem er Schulden nicht tilgt - was dann wiederum seine Gläubiger vor große Probleme stellt.

    Eine Überschuldung ist ein Teufelskreis; ein Entrinnen scheint nicht möglich.

  • Was kann man mit einem Telefonanruf bewegen? Das klingt so als ob in GR alle stramm stehen wenn das Telefon läutet. Die werden alles beschließen, was man von ihnen verlangt, und dann tun, was sie wollen. Das ist doch seit 10 Jahren Routine!

  • So leicht würde ich das nicht wegwischen. Im Zuge des Euro-Disputs hat sich die Stimmung zwischen den Völkern schon sehr verschlechtert und die Situation bietet auch noch genug Potential in die nationalistische Falle zu tappen. Hier ist es wichtig wachsam zu sein und seine Position deutlich und konsequent aber repektvoll und nicht von oben herab zu formulieren. Gerade wir Deutschen müssen hier aufpassen, die Lage nicht unnötig zu verkomplizieren. Wenn Europa die derzeitige Herausforderung zivilisiert bewältigen kann, haben wir gewonnen.

  • "Der polnische Finanzminister Jacek Rostowski schließt mittel- bis langfristig einen Krieg in Europa nicht aus, sollte es zu einem Zerfall der Europäischen Union kommen"

    Vermutlich in der Gestalt, dass die Pleiteländer Deutschland überfallen um ans Geld zu kommen?
    Wenn der Tag lang ist ...

  • Haben Sie nocht nichts vom Weltuntergang gehört? Sie wissen schon, der Maya-Kalender endet 2012.

    Aber im Ernst, ich denke sie wollen einfach Zeit gewinnen und haben mal irgendeine Zahl gesagt, um nicht so vage zu wirken. 2013 soll ja der Transferschirm ESM installiert sein, der angeblich eine Insolvenzordnung beinhalten soll. Letzteres wird Sarko natürlich verhindern, ist aber noch der offizielle Stand, um die Bundestagsabnicker bei der Stange zu halten.

  • "Schlimmer sei die Situation mit britischen und US-amerikanischen Banken, berichtet die Athener Zeitung „Ta Nea“. Diese hätten sich noch gar nicht gemeldet."

    Interessant. Einerseits will Geithner den Griechen die Pistole auf die Brust setzen aber andererseits ist das Interesse bei seinen Wall Street Boys offenbar gering an der GR-Rettung mitzuwirken. Vielleicht sollte man es doch mal mit der toten Ratte hinterm Scheibenwischer oder dem Pferdekopf im Bett parallel zum Griechenpremier auch bei den Boys in London und NYC probieren ;-)

    http://www.ndr.de/ndr2/audio76213_podcast-podcast2956.html

  • 1 Satz sticht hervor:

    Wieso muss ein Bankrott bis mind. 2013 aufgeschoben werden?

    Zitat:
    "Ein Bankrott des überschuldeten Landes würde die Eurozone in Gefahr bringen und muss mindestens bis 2013 aufgeschoben werden."

    Was ist 2013 ?

    Kriegen dann die Baby-Boomer Rente?
    Ist dann der Nord-Euro vorbereitet?
    Ist dann Italien (und Irland und evtl. auch Spanien) reformiert?

  • Dringender Aufruf an alle Bürger:

    Angela und die Demos: (hammerhart)

    http://www.youtube.com/user/Beobachter1927?feature=mhee

  • wann endlich hören diese deppen auf reitstunden auf einem toten pferd zu buchen?

  • Österreich stimmt einer Aufstockung des Euro-Rettungsschirms EFSF NICHT zu.
    Österreichs Regierung erzielt in einem Ausschuss keine Zustimmung zur EFSF-Ausfstockung

    .......................

    Es ist „unvermeidbar, dass Griechenland sowohl zahlungsunfähig sein als auch aus der Eurozone austreten wird“, sagte Gerard Lyons, Chefvolkswirt von Standard Chartered, in einem Interview mit dem britischen TV-Sender Sky News. Die Wirtschaft des Landes könne „nicht mit der Rezession fertig werden, die als Folge der notwendigen Maßnahmen“ eingesetzt habe. Dies würde "nicht notwendigerweise" in den nächsten ein bis zwei Monaten eintreten, „aber es ist meiner Meinung nach recht wahrscheinlich, dass es zu gegebener Zeit passiert".

    ..................
    Der polnische Finanzminister Jacek Rostowski schließt mittel- bis langfristig einen Krieg in Europa nicht aus, sollte es zu einem Zerfall der Europäischen Union kommen.
    vor 8 Min (16:37) - Echtzeitnachricht

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