Dennoch warf Chinas Staatschef Hu Jintao dem Dalai Lama vor, „Gewalt anzustacheln“ und die Olympischen Spiele in Peking „sabotieren“ zu wollen. Hu sagte, der Dalai Lama müsse erst seinen Kampf für eine Unabhängigkeit Tibets und eine „Spaltung des Vaterlandes“ aufgeben sowie der Gewalt abschwören. Dann sei China zu Gesprächen bereit.
Westliche Politiker hatten China nach den Unruhen in Tibet zu Gesprächen mit dem Dalai Lama aufgerufen. Auch Kanzlerin Merkel sprach sich für einen Dialog Pekings mit den Tibetern aus. Trotz der Proteste von chinesischer Seite will sie sich erneut mit dem Dalai Lama treffen, bekräftigte sie in einem Interview der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.
Ein Empfang des Dalai Lama im Bundeskanzleramt im vergangenen September hatte zu Verstimmungen in den deutsch-chinesischen Beziehungen geführt. Unterdessen wurden in Tibet erneut neun Mönche verhaftet, die einen Bombenanschlag auf ein Regierungsgebäude in der Region verübt haben sollen. Die Männer sollen nach Angaben der Nachrichtenagentur Xinhua im März einen selbst gebastelten Sprengsatz in das Verwaltungsgebäude der Stadt Gynabe transportiert und dort zur Explosion gebracht haben.
Bei schweren Unruhen in Tibet waren im vergangenen Monat nach Angaben Pekings 19 Menschen, nach Angaben der tibetischen Exilregierung etwa 140 Menschen ums Leben gekommen.

