Merkel zur Griechen-Rettung: „Weg des geringsten Schadens“

Merkel zur Griechen-Rettung
„Weg des geringsten Schadens“

Die Kanzlerin verteidigt die Griechenland-Rettung. Doch in Berlin herrscht Skepsis. Die Politiker wollen von Athen Taten sehen - wobei einige bereits jetzt an der Umsetzbarkeit der Sparbeschlüsse zweifeln.
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BerlinAngesichts eines unzureichenden Reformwillens im hoch verschuldeten Griechenland schwindet die deutsche Hilfsbereitschaft. Politiker aller Parteien forderten am Freitag Athen auf, endlich die Hausaufgaben zu machen und ein tragfähiges Sanierungskonzept zu verabschieden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will trotz aller Probleme den eingeschlagenen Rettungskurs für Griechenland weiterverfolgen. Es sei der „Weg des geringsten Schadens“, den sie am meisten verantworten könne, sagte Merkel nach Teilnehmerangaben in einer Sondersitzung der Unionsfraktion am Freitag in Berlin. Im Hinblick auf Szenarien einer Staatspleite Athens machte Merkel deutlich, dadurch hätte man „ein Haftungsrisiko am Hacken, das man nicht mehr beherrschen kann“.

Eine Pleite des Eurolandes hätte unabsehbare Folgen, sagte Merkel den Fraktionskreisen zufolge am Freitag vor den Abgeordneten von CDU und CSU in Berlin. Dann könne man leicht in eine Situation geraten, die wegen des Haftungsrisikos nicht mehr beherrschbar sei. „Wir haben das hundert mal hin und her überlegt“, wurde die Kanzlerin zitiert. Sie wies zudem darauf hin, dass die Staats- und Regierungschefs das zweite Rettungspaket im Volumen von 130 Milliarden Euro im Grundsatz bereits beschlossen hätten.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte den Angaben zufolge vor den Abgeordneten, in der Abwägung halte er „das, was wir tun, für die verantwortliche Lösung“. Der Minister machte allerdings klar, dass die Voraussetzungen zur Freigabe weiterer Hilfen für Griechenland noch nicht erfüllt seien. Vorerst sei mit den Maßnahmen ein Schuldenstand von 128 Prozent des Bruttoinlandsprodukts bis 2020 zu erreichen, die Zielmarke liege aber bei 120 Prozent. „Es geht nicht darum, die Griechen zu quälen“, sondern auf einen Pfad zurückzuführen, damit der Euro-Partner wieder „ein auskömmliches Leben“ führen könne, sagte Schäuble laut Teilnehmern.

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) mahnte, die Griechen müssten erst noch die Umsetzung der notwendigen Reformen beweisen. „Das griechische Parlament muss die Maßnahmen auch beschließen.“ Dies sei auch in den anderen Ländern mit Euro-Hilfen wie Irland und Portugal der Fall gewesen.

„Wir werden weiter den Druck aufrechterhalten“, sagte der FDP-Chef weiter. Es sei richtig, dass so lange keine Entscheidung der „Troika“ aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) über weitere Milliarden-Hilfen an Griechenland erfolgt sei.

Auch FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle forderte die griechische Regierung auf, alle geforderten Sparmaßnahmen konsequent umzusetzen. Es genüge nicht, wenn die Regierung in Athen immer wieder Einschnitte nur ankündige. Es müsse für alle griechischen Parteien verbindliche Parlamentsbeschlüsse geben. „Deshalb muss Griechenland liefern“, sagte Brüderle am Freitag nach einer Fraktions-Sondersitzung in Berlin.

Unions-Fraktionsvize Michael Fuchs (CDU) stellte die Zustimmung des Bundestages zum nächsten Griechenland-Paket infrage, sollte es in Athen nicht zu einer Einigung kommen. Fuchs sagte, ein weiteres Hilfspaket mache nur Sinn, „wenn die Griechen wirklich alle Auflagen erfüllen, wenn das auch in Recht und Gesetz umgesetzt ist“. Erst dann könne es weitere Hilfen geben. Unions-Fraktionsvize Michael Meister (CDU) fügte hinzu, Griechenlands Verbleib in der Euro-Zone stehe unter der Prämisse, dass die dort vorhandenen Probleme endlich angegangen werden.

Kommentare zu " Merkel zur Griechen-Rettung: „Weg des geringsten Schadens“"

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  • weg des geringsten schadens..............für wen?

  • In der Tat ist hier zu fragen von welchem Haftungsrisiko die geschätzte Kanzlerin hier spricht? Ich sehe dieses Risiko nicht wenn man bereit ist, die ganze Währungsunion komplett abzuwickeln. Und genau das müssen wir tun - gemeinsam, geordnet und unter Wiedereinführung nationaler Währungen für alle Länder. Erst dann können wir wieder an den Aufbau des Trümmerhaufens denken. Denn es bleibt nicht bei Griechenland. Protugal, Irland, Spanien, Italien, Belgien usw. werden folgen...

  • Frau Merkrl,
    ES REICHT!!!!!

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