
PekingChinesische Unternehmen sind an Investitionen in Europa interessiert, stoßen dort aber nach Ansicht des einflussreichen Deutschland-Experten Mei Zhaorong noch zu oft auf Vorbehalte. Es gebe Stimmen in Europa, die Angst vor einem Ausverkauf schüren, sagte Mei, der von 1988 bis 1997 chinesischer Botschafter in Deutschland war. und heute als Direktor des Instituts für Weltentwicklung ein wichtiger Berater der chinesischen Regierung ist, dem Handelsblatt. „Oder sie unterstellen, China investiere nur, um mehr politischen Einfluss zu bekommen und seine Wertvorstellungen zu installieren. Das ist nicht fair – und deshalb zögern die chinesischen Unternehmen.“
Die Volksrepublik habe vor 30 Jahren europäische Investoren mit offenen Armen empfangen und dabei einen größeren Einfluss des Westens in Kauf genommen. „Europäer sollten nun das Gleiche zulassen. Ich meine, dass Investitionen in beiderseitigem Interesse liegen“, sagte Wei.
Erheblichen Anteil an der Verunsicherung chinesischer Investoren habe die Euro-Schuldenkrise, denn nicht einmal die europäischen Politiker wüssten ja, wie es weitergeht. China habe das nötige Geld, um im Ausland zu investieren. „Aber es kann sich nicht auf Abenteuer einlassen“, sagte Wei mit Blick auf erhoffte chinesische Investments in den Euro-Rettungsfonds EFSF. „Die Bevölkerung würde es der Regierung sehr übel nehmen, wenn sie Geld nach Europa überweisen würde, von dem nicht klar ist, ob sie es je mit Gewinn zurückbekommt.“ China habe nichts zu verschenken. „Das Investieren im Ausland müssen wir erst noch lernen“, sagte der Ex-Diplomat.
Niemand müsse Angst haben, dass die Volksrepublik übermächtig werde, betone Wei: „Die Angst-Diskussion um China ist ja vor allem deswegen entstanden, weil Europa schlecht gewirtschaftet hat und nun in einer Finanzkrise steckt. Und nicht, weil China so mächtig ist. Die Europäer sollten die Schuld für das Dilemma nicht den anderen geben.“ Mei forderte die Europäer auf wirtschaftliche Hürden abzubauen. Viele erweckten den Eindruck, „als seien sie extra für China erfunden worden“.
China: 9.600.000
Deutschland: 357.000
China: 22 Prozent
Deutschland: 32 Prozent
(Angaben von 2010)
China: 56 Prozent
Deutschland: 48 Prozent
(Angaben von 2009)
China: 1.347.000.000
Deutschland: 82.000.000
(Angaben von 2011, Zahlen gerundet)
China: 75 Jahre
Deutschland: 83 Jahre
(Angaben von 2009)
China: 72 Jahre
Deutschland: 77 Jahre
(Angaben von 2009)
China: 8
Deutschland: 31
(Angaben von 2009)
China: 27
Deutschland: 502
(Angaben von 2008)
China: 5
Deutschland: 10
(Angaben von 2008)
Quellen: Weltbank, CIA, Statistisches Bundesamt, Deutsche Botschaft in Peking, Auswärtiges Amt
Umgekehrt haben deutsche Unternehmen von Januar bis November vergangenen Jahres Waren im Wert von knapp 60 Milliarden Euro nach China geliefert, in den ersten drei Quartalen lag der Anstieg bei 23,5 Prozent – und das auf einem ohnehin schon hohen Niveau. Denn China macht seit Ausbruch der Krise mit seinem Versprechen Ernst und konsumiert selbst mehr, statt nur billig zu produzieren und die Welt mit Waren zu überschütten. Überall im Land steigen die Einkommen; die wichtige Industriestadt Shenzhen beispielsweise hebt 2012 den Mindestlohn um 15 Prozent an.
Das schafft Nachfrage für deutsche Unternehmen – und die revanchieren sich durch hohe Investitionen. Volkswagen hat zusammen mit chinesischen Partnern in den vergangenen 25 Jahren 12,5 Milliarden Euro in China investiert. Bis 2016 sollen weitere 14 Milliarden hinzukommen. Denn ein Ende des Booms ist nicht abzusehen. Der Branchendienst Polk erwartet für 2012 ein Auto-Absatzplus von 16 Prozent.
Im Gefolge des Auto- und Baubooms verdienen auch andere Unternehmen prächtig in China. Vor allem der Chemiekonzern BASF hat sich in den vergangenen 30 Jahren stark engagiert und erntet jetzt die Früchte seiner Strategie. Seit 1990 hat der Chemieriese zusammen mit Partnern knapp sechs Milliarden Euro in neue Anlagen gesteckt. Dafür erreichte der Umsatz in China im vergangenen Jahr ebenfalls sechs Milliarden Euro – ein Plus von 60 Prozent seit 2006.
Vor zwei Wochen erst hat BASF mit einem chinesischen Partner zusammen einen gigantischen Petrochemie-Standort bei Nanjing in Betrieb genommen – die Anlage hat 1,4 Milliarden Dollar gekostet und stellt Grundstoffe her, die sich beispielsweise in Plastik und Farben verwenden lassen. Denn jedes Auto braucht eine Innenausstattung, jedes Gebäude benötigt einen Anstrich. BASF und Herstellungspartner Sinopec haben gerade vereinbart, eine weitere Milliarde investieren zu wollen.
n-TV titelt heute: "Merkel 'ein "Stückchen vorgeführt" '
Ich behaupte nicht nur heute. In Europa ist es auch nicht anders. Es ist lediglich eine Katastrophe, wie die Medien die Schuldenkönigin hofieren.
Dem kann ich voll und ganz zustimmen.
Aber usnre antideutschen Grünn wrden schon dafür sorgen, dass ganz viele Chnesen nach hier kommen
Ein äußerst gewandter, kluger Rhetoriker wie Herr Mai scheint in der Tat genau zu wissen, wie man sowohl das eigene Volk als auch das Ausland geschickt in die gewünschte Zielrichtung manipuliert. Hoffen wir jedoch, dass nicht alle Leser dieses Artikels dieses Spiel mitzuspielen bereit sind.
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