Merkels Flüchtlingspolitik Trump prophezeit „totales Desaster“

Angela Merkel stürzt Europa ins Unglück – glaubt man US-Milliardär Donald Trump. Der republikanische Präsidentschaftsbewerber attackiert die Kanzlerin für ihre Flüchtlingspolitik und prophezeit ein „totales Desaster“.
Im Wahlkampf fällt der US-Milliardär Donald Trump immer wieder mit beleidigenden und fremdenfeindlichen Äußerungen auf. Quelle: ap
Pöbelkandidat

Im Wahlkampf fällt der US-Milliardär Donald Trump immer wieder mit beleidigenden und fremdenfeindlichen Äußerungen auf.

(Foto: ap)

WashingtonDer republikanische US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hat die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) scharf kritisiert. „Deutschland hat gerade viele Probleme, darunter eine nie dagewesene Kriminalität“, sagte Trump am Donnerstag dem Nachrichtensender „Fox News“ und prophezeite ein „totales Desaster“. Zwar müsse den Flüchtlingen geholfen werden. „Wir sollten aber Schutzzonen in Syrien schaffen und nicht ganz Europa zerstören“, erklärte Trump. Europa erlebe nun Probleme, die der Kontinent seit „einer Million Jahre“ nicht gesehen habe.

Vor diesem Hintergrund kritisierte Trump erneut, dass Merkel vom US-Magazin „Time“ als „Persönlichkeit des Jahres“ ausgezeichnet wurde. „Ich glaube, sie haben die Person ausgewählt, die Deutschland wirklich enormen Schaden zugefügt hat“, sagte er. Außerdem trage Deutschland mit der Flüchtlingspolitik Verantwortung für „viele der Probleme“, die es in Europa gebe.

Das US-Magazin „Time“ kürt seit 1927 die Persönlichkeit, die in den Augen der Redaktion das Weltgeschehen des Jahres besonders beeinflusst hat. Merkel erhielt den Titel am Mittwoch für ihrer Rolle als unverzichtbare Krisenmanagerin in der Europäischen Union. Vor allem im griechischen Schuldendrama und beim Umgang mit dem historischen Flüchtlingsandrang habe sie Führungsstärke bewiesen. Auf seiner Titelseite bezeichnete das Magazin Merkel als „Kanzlerin der freien Welt“.

Trump landete in der „Times“-Liste auf dem dritten Platz. Der Milliardär liegt in den Umfragen zur republikanischen Präsidentschaftskandidatur seit Monaten an der Spitze und sorgt immer wieder mit beleidigenden und fremdenfeindlichen Äußerungen für Empörung. Zuletzt forderte er einen vollständigen Einreisestopp für Muslime in die USA.

Denn er weiß, was er sagt
Donald Trump
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Der Wahlkampf des Milliardärs Donald Trump um das US-Präsidentenamt hat schon einige markante Forderungen hervorgebracht, nun hat Trump erneut mächtig auf den Putz gehauen: Er spricht sich für ein komplettes Einreiseverbot von Muslimen in die USA aus. Trumps Forderung kommt wenige Tage nach einer mutmaßlichen Terrorattacke im kalifornischen San Bernardino, bei der 14 Menschen erschossen wurden. Eine Täterin hatte sich vor der Attacke als Anhängerin der Terrormiliz Islamischen Staat (IS) offenbart. Die beiden Täter waren Muslime. Die Forderung reiht sich ein in eine ganze Sammlung von provokanten Äußerungen des Unternehmers im Wahlkampf...

Waffenrecht
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Nach den Pariser Terroranschlägen vom November 2015 sorgte Trump für Aufsehen, als er den strengen Waffengesetzen in Frankreich eine Mitschuld an der hohen Opferzahl gab. „Hätten die Menschen Waffen getragen, wäre es anders verlaufen“, erklärte er bei einem Wahlkampfauftritt in Texas.

Klimaschutz
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Anlässlich des Besuchs von Papst Franziskus in den Vereinigten Staaten Ende September sagte Trump, er glaube nicht an die globale Erwärmung und halte den Klimawandel nicht für ein drängendes Problem, sondern ein natürliches Phänomen. Klimaschutz-Auflagen für amerikanische Firmen hält er daher er für falsch.

Mount Denali
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Am 29. August 2015 änderte das Geographic Names Information System (GNIS) in Abstimmung mit dem Präsidenten Barack Obama den amtlichen Namen des Berges Mount McKinley aus Respekt vor der indianischen Tradition in „Denali“. Es ist der höchste Berg Nordamerikas. Donald Trump kündigte an, im Falle seines Wahlerfolgs die Umbenennung des Berges zu revidieren.

Gleichgeschlechtliche Ehe
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Trump kann jedoch auch anders. Obwohl er sich gegenüber der gleichgeschlechtlichen Ehe generell kritisch zeigt, erklärte er, die Entscheidung des Supreme Courts über die Öffnung der gleichgeschlechtlichen Ehe solle bei den einzelnen Bundesstaaten belassen werden. Nach dem Urteil des Supreme Court zur völligen Gleichstellung mit der heterosexuellen Ehe in den USA teilte er mit, die Entscheidung müsse nun akzeptiert werden und tauge nicht mehr als Wahlkampfthema.

Gleichgeschlechtliche Ehe
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In diesem Zusammenhang forderte er Anfang September 2015 die Verwaltungsbeamte Kim Davis aus Kentucky auf, künftig nicht länger die Ausfertigung von Heiratsurkunden an homosexuelle Paare zu verweigern. Davis hatte durch ihre Weigerung für internationales Aufsehen gesorgt und war wegen ihres Verhaltens zeitweise inhaftiert worden. Andere Präsidentschaftskandidaten wie Mike Huckabee unterstützten Davis jedoch öffentlich und kritisierten Trump für seine Haltung.

Gegen Einwanderer
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Als Schutz gegen illegale Einwanderer aus Mexiko möchte Trump eine Mauer entlang der gesamten mexikanisch-amerikanischen Grenze bauen lassen „Wenn Mexiko seine Leute rüberschickt, dann schicken sie nicht ihre Besten. Sie schicken Leute, die viele Probleme haben. Sie bringen Drogen. Sie bringen Verbrechen. Sie sind Vergewaltiger. Und einige, nehme ich an, sind gute Menschen“, wetterte er gegen mexikanische Einwanderer.

  • afp
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