Merkels neue Politik
„Nichts wird Flüchtlinge stoppen können“

Wer Gefahren des Krieges entronnen ist, dem macht eine geschlossene Grenze keine Angst. Deutschland bleibt trotz Merkels Wende für viele Flüchtlinge das Traumziel. In den Krisenländern kommen politische Signale kaum an.
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Mit neuen Grenzkontrollen und Zäunen versuchen europäische Staaten, den Flüchtlingsandrang abzuwehren. Doch die Flüchtlingsströme würden sich dadurch nicht aufhalten lassen, sagt Wael Aleji vom Syrian Network for Human Rights. „Nichts wird Flüchtlinge stoppen können.“ Das Schließen der Grenzen tauge nicht als „Mittel zur Abschreckung“.

Erst wenn konkrete Geschichten über Einzelschicksale die Runde machten, dass ein bestimmtes Land keine zusätzlichen Flüchtlinge aufnehme, würde der Strom der Zuwanderer mittelfristig zurückgehen. So lange Syrien aber wegen des Kriegs unsicher sei, würden sich Emigranten von geschlossenen Grenzen nicht einschüchtern lassen: Wenn sie Ungarn nicht durchziehen lasse, würden sie nach Slowenien gehen, von dort nach Österreich und schließlich nach Deutschland, sagt ein Experte.

Flüchtlinge seien über die Migrations-Vorschriften „stets vollständig informiert“, sagt Aleji: „Wenn sich Änderungen wie Merkels Kehrtwende ergeben, erfahren sie das sofort über die sozialen Medien.“ Auf Facebook oder Twitter würden auch Gerüchte kolportiert. So muss die deutsche Botschaft in Beirut auf ihrer Internetseite zum Beispiel richtig stellen, dass Deutschland keine Schiffe in den Libanon oder in die Türkei schicke, um dort Flüchtlinge abzuholen.

Die falschen Gerüchte würden von Schleppern, illegalen Netzwerken und schlecht informierten Medien in Umlauf gesetzt, so die deutsche Vertretung in Beirut. „Bitte beachten Sie: Die Schlepper lügen“, warnt das Auswärtige Amt.

Wer den Gefahren des Kriegs entronnen sei oder den Tücken des Mittelmeers getrotzt habe, dem macht eine geschlossene Grenze keine Angst. „Flüchtlinge betrachten nach ihrer Odyssee jedes Land außerhalb ihrer Heimat als sicheren Hafen“, meint ein Experte.

Sie seien zudem überzeugt, dass Deutschland sie nicht im Stich lassen werde, wenn sie einmal dort angekommen sind. Sie verlassen sich darauf, „dass ein großer Teil der politischen Elite Deutschlands den Flüchtlingen und Migranten helfen wolle“.

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„Da ist noch viel in der Pipeline“

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  • Das Verbrechen Flüchtlingskatastrophe“
    -
    von Rigolf Hennig
    -
    Der ungarische Staatschef Viktor Orban und der ehemalige französische
    Staatschef Nicolas Sarközy sind sich in dieser Frage einig und selbst
    der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer stimmt dem zu: die
    bundesdeutsche Flüchtlingskatastrophe ist hausgemacht.
    -
    Bei Zehntausenden anbrandenden Flüchtlingen ohne absehbares Ende brachen
    alle Vorkehrungen in sich zusammen und die Bundesregierung sah sich am
    Sonntag, dem 13. September zu einem Schritt genötigt, der das Ausmaß der
    Katastrophe erst so richtig beleuchtet: sie schloß auf unbestimmte Zeit
    die Grenzen nach Süden.
    -
    Das war gewiß das Letzte, was die Bundeskanzlerin geplant hatte, die das
    Problem ja „schaffen“ wollte. Bis dahin hatte sich die BRD in einer so
    absonderlichen „Empfangskultur“ geübt, daß im Ausland der Verdacht laut
    wurde, die Deutschen hätten den Verstand verloren.
    -
    Im Ergebnis wurde im Ausland eine maßlose Erwartungshaltung geweckt.
    -
    Frau Merkel veranlasste als Kanzlerin persönlich, daß die Masse der in
    Ungarn festgehaltenen Flüchtlinge ungehindert und ungeprüft bis in die
    BRD weiterreisen konnte, sie versprach ohne Rücksicht auf die hohe
    Verschuldung der BRD ein Hilfspaket in Höhe von einer Milliarde Euro;
    erklärte vollmundig „Bei Asyl gibt es keine Obergrenze“ (wozu sie lt.
    FAZ vom 12. 09. nicht befugt war, weil sie damit die staatliche Ordnung
    aus den Angeln hebt) und ließ Schulen, Krankenhäuser, Altenheime,
    Kasernen und Privatquartiere für die Invasion zum Entsetzen der
    Betroffenen räumen.
    -
    Die Polizei wurde regierungsamtlich angewiesen, Übergriffe von Flüchtlingen „zu übersehen“.
    -
    In den großen Flüchtlingslagern in Jordanien, im Libanon, in der Türkei
    und im Nordirak vernahm man die Botschaft umgehend und mit ungläubigem
    Staunen – und alsbald begannen sich diese Lager zu leeren in Richtung
    Deutschland. Hinzu gesellen sich in Masse Wirtschaftsflüchtlinge aus
    Pakistan, Afghanistan und weiteren vorderasiatischen Ländern.
    -
    Deutsch

  • Sie wären nicht meine Kollegin, sondern meine Angestellte, Liebe Frau Buschmann

  • Ups, Eigentor! Zur einfachen Erklärung für Nichtdenkende am Beispiel Libanesen: von 100 Libanesen sind 90 in Hartz 4! Nicht zusammenrechnen... Mit ein wenig nachdenken wären Sie auch selbst drauf gekommen.

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