Merkels Terminplan
Pausenlos durch die G20-Woche

Abendessen, Regierungsabkommen, Fußballspiel, G20-Gipfel: Die Bundeskanzlerin hat vor und während des Treffens in Hamburg einen vollen Terminplan. Nur am Sonntag steht nichts drin.
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DüsseldorfEs sind anstrengende Tage für die Bundeskanzlerin. In der vergangenen Woche erst die überraschende Abkehr vom klaren Nein zur „Ehe für Alle“. Am Freitag die Entscheidung: Nach über zwei Jahrzehnten ist die Ehe von Schwulen und Lesben der von Mann und Frau gleichgestellt. Am Samstag ging es für Merkel dann nach Straßburg, zum europäischen Trauerakt für Helmut Kohl im EU-Parlament. Auch in dieser Woche, in der es die internationalen Probleme zu lösen gilt, hat Merkel wegen des anstehenden G20-Gipfels keine Zeit zum Erholen. Erst am Sonntag, nach dem Spitzentreffen der Wirtschaftsmächte, könnte sie sich eine Pause gönnen.

Dienstag, 4. Juli 2017
Am Abend empfängt die Kanzlerin den chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping zum Dinner im kleinen Kreis. Nur die Ehepartner sitzen mit am Tisch. Thema dürfte vor allem der G20-Gipfel sein. Schon am Dienstagmittag hatte sich Xi mit dem russischen Ministerpräsident Wladimir Putin in Moskau getroffen. Dabei wurden nach Angaben des Kreml rund 40 Abkommen zwischen beiden Ländern unterzeichnet und mehrere Verträge im Milliardenwert abgeschlossen.

Mittwoch, 5. Juli 2017
Der erste Termin ist um 9.30 Uhr. Das Bundeskabinett tagt unter der Leitung von Merkel. Alltag für die Kanzlerin. Es geht um die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft. Lange kann das nicht dauern: Denn um 11 Uhr geht das Programm mit dem chinesischen Staatspräsidenten weiter: Wieder wird zusammen gegessen, dieses Mal zu Mittag. Und wieder wird geredet – über „aktuelle weltpolitische und wirtschaftspolitische Fragen“, wie es im Behördendeutsch so schön heißt. Nach dem Gespräch werden deutsch-chinesische Regierungsabkommen und Unternehmensvereinbarungen unterzeichnet. Details dazu gab die Bundesregierung noch nicht bekannt.

Direkt danach geht es zum Berliner Zoo weiter. 15.30 Uhr: Die chinesischen Pandabären, Meng Meng und Jiao Qing, werden offiziell dem Berliner Zoo übergeben. Der hat für die beiden „Neu-Bärliner“, die Ende Juni eingeflogen wurden, ein neues Gehege für rund neun Millionen Euro gebaut. Die Volksrepublik verleiht die seltenen Tiere nur an ausgewählte Staats- und Regierungschefs. Beobachtern zu Folge sind die aktuellen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und China dafür nicht ganz unerheblich. Die Abschottungspolitik von US-Präsident Trump spielt Peking dabei in die Karten, da sich Xi als Vorkämpfer gegen Protektionismus und Klimawandel präsentieren kann. Hier schotten sich die Vereinigten Staaten besonders ab.

Nur eine gute Stunde später, kurz nach halb 4, sind die beiden Staatschefs im Stadion „Auf dem Wurfplatz“ im Berliner Olympiapark zu Gast. Dort, wo normalerweise die zweite Mannschaft von Hertha BSC kickt, spielt die U12-Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gegen China. Merkel und Xi verfolgen den Anfang des Spiels. Nach Handelsblatt-Informationen war das Jugendspiel eine Idee der Kanzlerin. Auch weil sie um die wirtschaftliche Bedeutung weiß.

Denn mit auf der Tribüne wird Adidas-Chef Kasper Rorsted stehen. Der Turnschuh-Hersteller sponsert den DFB schon seit Jahrzehnten und will nun eng mit dem chinesischen Bildungsministerium zusammenarbeiten: Die Franken haben sich unter anderem verpflichtet, 50.000 chinesische Lehrer auszubilden und an 20.000 Schulen in China Fußball-Training anzubieten. Merkel muss am Mittwochabend dann schnell zurück ins Bundeskanzleramt: Der Empfang des neuen koreanischen Staatspräsidenten Moon Jae-in steht an.

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