Mexiko
Gewerkschaftschefin soll 155 Millionen Euro veruntreut haben

Elba Esther Gordillo, Chefin der mexikanischen Lehrergewerkschaft, soll 155 Millionen Euro auf Privatkonten in der Schweiz und Lichtenstein geschafft haben. Das Geld steckte sie in ein Flugzeug und Schönheits-OPs.
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Mexiko-StadtDie Vorsitzende der mächtigen mexikanischen Lehrergewerkschaft ist wegen des Vorwurfs der Unterschlagung in dreifacher Millionenhöhe verhaftet worden. Elba Esther Gordillo habe mindestens 2,6 Milliarden Pesos (155 Millionen Euro) an Gewerkschaftsgeldern veruntreut und auf Privatkonten in der Schweiz und Lichtenstein überweisen lassen, erklärte Generalbundesanwalt Jesús Murillo Karam. Die Gewerkschaftschefin habe mit dem Geld Schönheitsoperationen und ihre Kreditkartenrechnung aus dem Nobelkaufhaus Neiman Marcus bezahlt, sich ein Privatflugzeug gekauft und ein Haus in San Diego in den USA zugelegt, sagte der Ermittler. Auch in Kunstwerke und die Wartung des Flugzeugs der 68-Jährigen sei das Geld geflossen.

Nach Angaben von Karam flog der Betrug auf, nachdem dem Finanzministerium eine ungewöhnliche Transaktion aufgefallen war. Daraufhin seien weitere Transaktionen entdeckt worden, bei denen Gelder der Gewerkschaft SNTE unterschlagen worden seien. Drei weitere Verdächtige, die Schecks aus der Gewerkschaftskasse erhalten hätten, seien ebenfalls festgenommen worden.

Erst im vergangenen Oktober war die langjährige und hoch angesehene Vorsitzende der 1,5 Millionen Mitglieder starken Gewerkschaft ohne Gegenstimme für weitere sechs Jahre in ihrem Amt bestätigt worden. Gordillo führt die mexikanische Lehrergewerkschaft seit 1988. Sie gehörte bis 2006 der heute regierenden Partei der Institutionalisierten Revolution an, dessen Generalsekretärin sie auch war.

Nachdem sie die Vorwahlen zur Präsidentschaftskandidatur verloren hatte, wechselte sie zur inzwischen von ihr kontrollierten Partei Nueva Alianza über. Einen Tag vor der Verhaftung hatte die Regierung von Präsident Enrique Peña Nieto eine von Gordillo heftig kritisierte Erziehungsreform ankündigt.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Die OP hat aber auch nicht so viel gebracht ...

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