Michael Bloomberg
Milliardär, Unternehmer, Philanthrop – und Politiker

Über drei Amtszeiten war Michael Bloomberg der Herrscher über New York – und hat dabei stets polarisiert. Doch mit seinen Ideen war er ein landesweites Vorbild. Nun geht Bloombergs Zeit an der Stadtspitze zu Ende.
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San FranciscoZu einem anständigen Abgang gehört ein anständiger Schlussakkord. Michael Bloomberg, scheidender Bürgermeister von New York, setzte ihn am Freitag nach Weihnachten im Madison Square Garden. New York blicke zurück auf das Jahr mit der geringsten Zahl von Morden und Schießereien überhaupt, verkündete der erklärte Waffengegner stolz bei der Abschlussfeier für über 1000 junge Polizisten.

Es waren 332 Morde in den Stadtgrenzen von New York dieses Jahr. Immer noch eine schlimme Zahl, aber 50 Prozent weniger als 2001, dem Jahr als er im November, nur wenige Wochen nach dem Attentat auf das World Trade Center, sein Amt antrat. Die jungen Polizisten werden an Silvester ihren Dienst aufnehmen. Am Abend bevor er nach zwölf Jahren an der Macht sein Büro für den Wahlsieger Bill de Blasio räumen wird. Irgendwie klingt das schon fast wie ein „Wartet’s ab. Ihr werdet schon sehen, was ihr davon habt.“

Bloombergs Vorgänger Rudolph Giuliani hat New York mit eiserner Hand sicherer gemacht, Bloomberg hat das Werk vollendet, das ist die Botschaft. Doch jetzt muss er gehen. Und mit dem Milliardär, Unternehmer, Philanthrop und Politiker Bloomberg geht nicht irgendein Bürgermeister. Nicht irgendein schwerreicher Mann, der sich einmal den Traum seines Lebens erfüllt und sich zum Bürgermeister der größten Metropole der USA hat krönen lassen.

Bloomberg hat immer polarisiert. Für die einen war er der große Innovator, für die anderen der Übervater, der die Gängelung seiner Bürger auf die Spitze getrieben hat. Er führte einen Krieg gegen zuckerhaltige Getränke und Styroporbecher, führte eine neue Definition der Armutsgrenze ein, verbannte Raucher faktisch aus der Stadt. Sein Reichtum hat ihm dabei geholfen, unbequeme und einsame Entscheidungen zu treffen. Der parteilose Politiker war nie abhängig von Wahlkampfspendern oder einflussreichen politischen Freunden. Vielleicht war das der Grund, warum die freigeistigen New Yorker ihn 2001 haben wollten. Als Alternative zum ewig gleichen Parteienmief.

Viele seiner Ideen wurden von anderen Städten in den USA übernommen, zum Beispiel die Pflicht zur Angabe von Kalorien für die Angebote in Fast Food Restaurants. Sie sind heute auch in San Francisco, am anderen Ende der USA, längst Gang und Gäbe. Genauso wie das Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden oder in Restaurants und Bars.

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Bloomberg, der Machtmensch

Kommentare zu " Michael Bloomberg: Milliardär, Unternehmer, Philanthrop – und Politiker"

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  • Ich meine nicht, dass alle Beschnittenen mies sein müssen.

    Bloomberg hat unds aufgezeigt, wie man mit Krimninellen und Abschaum umgegeht und dadurch wurde NYC eine Stadt, wo man auf allen U-Bahn Stellen zu jeder Tageszeit problemlos sich bewegen kann.

    Ich liebe diese Stadt

  • Jetzt verstehe Börse !!!

    Und der Jude ? Nee ! Jüdisch .
    Und nicht Menschen unter . . . . , sondern Gott finden lassen = Moral ist Weg zum . . .

    Aber Nach den Menschen und diese Zeit kommt auch , fragt wer noch nach Gott ?

  • Jude, Politiker, Milliardär, Philanthrop, alles in einer Person? Echt jetzt?

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