Midterms in den USA Warum Trumps Republikaner noch lange nicht geschlagen sind

Die Republikaner galten bei den Zwischenwahlen in den USA im Herbst als so gut wie besiegt. Doch mittlerweile sieht es besser aus.
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Die wachsende Beliebtheit des US-Präsidenten unter Republikanern drückt auch seine Zustimmung in der Gesamtbevölkerung langsam nach oben. Quelle: dpa
Donald Trump

Die wachsende Beliebtheit des US-Präsidenten unter Republikanern drückt auch seine Zustimmung in der Gesamtbevölkerung langsam nach oben.

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WashingtonMitt Romney will es noch einmal wissen. Am Freitag veröffentlichte der republikanische Ex-Präsidentschaftskandidat sein lang erwartetes Bewerbungsvideo für einen Senatssitz in Utah. Betont bürgernah in dunkler Jacke, hellblau kariertem Button-Down-Hemd und Bluejeans steht er in einer Werkshalle, im Hintergrund eine riesige amerikanische Flagge. Es gebe keinen besseren Moment um „Utahs Werte nach Washington zu bringen“, so Romney zu Bildern von arbeitenden Männern, lächelnden Familien und warmen Sonnenaufgängen. „Dies ist der richtige Zeitpunkt für mich, um unserem Staat und unserem Land zu dienen.“

Romney geht als haushoher Favorit in die Wahl. Utah gehört zu den republikanischen Hochburgen im Land, der Kandidat ist außerordentlich beliebt. Es muss schon sehr viel schiefgehen, damit er im November nicht in den Senat gewählt wird.

Andere Republikaner dürften es da schwerer haben. Dass ausgerechnet 2018 der „richtige Zeitpunkt“ für eine Kongress-Kandidatur sei, sah man in weiten Teilen der Partei entschieden anders. Noch zu Jahresbeginn wiesen alle Anzeichen auf eine brutale Niederlage der Republikaner in den Zwischenwahlen im Herbst hin. Doch langsam rücken sie in den Umfragen wieder näher an die oppositionellen Demokraten heran. Kann die Trump-Partei die befürchtete Klatsche doch noch abwenden?

Leicht wird es nicht. Zwischenwahlen sind für die Präsidentenpartei immer schwierig – ganz egal, ob im Weißen Haus ein Demokrat oder ein Republikaner regiert. In 16 der 18 Midterms seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs musste die Partei des Staatsoberhaupts Sitze im Repräsentantenhaus abgeben – durchschnittlich 25. Das allein würde schon ausreichen, damit die Kontrolle über die untere Kongresskammer wieder an die Demokraten fällt.

Es drohen brutale Verluste

Für die Republikaner könnte es jedoch noch schlimmer kommen. Ein wichtiger Faktor für das Abschneiden der Regierungspartei ist die Beliebtheit des Präsidenten. Als Faustregel gilt: Liegen die Zustimmungswerte des Staatsoberhaupts unter 50 Prozent, wird es brutal. Als die Demokraten im Jahr 2010 stolze 63 Sitze verloren, wurde die Politik von Barack Obama nur von 45 Prozent der Amerikaner unterstützt. Donald Trump hat laut Umfragen derzeit rund 41 Prozent der Bevölkerung auf seiner Seite.

Auch scheint die Energie auf Seiten der Demokraten zu sein. Die Partei gewann im vergangenen Jahr zahlreiche Nachwahlen, auch in traditionell republikanischen Landesteilen. Gleichzeitig sammelten die Kongresskandidaten der Opposition zuletzt deutlich mehr Wahlkampfspenden als die Republikaner.

Viele Abgeordnete der Trump-Partei wollen sich angesichts dieser widrigen Umstände einen weiteren Wahlkampf nicht antun. Bisher haben 38 republikanische Mitglieder des Repräsentantenhauses angekündigt, im Herbst nicht erneut zu kandidieren – eine ungewöhnlich hohe Zahl, die der Partei weitere Schwierigkeiten bereitet. Schließlich verfügen Amtsinhaber im Wahlkampf über einige organisatorische Vorteile. Auf die müssen die Republikaner jetzt verzichten – und gleichzeitig neue Kandidaten aufstellen und vor Ort frische Strukturen aufbauen. Das kostet Zeit und Geld.

Die Ausgangslage für die Republikaner vor den Zwischenwahlen ist also schlecht. Und doch ist es zu früh, um sie bereits abzuschreiben. Denn seit einigen Wochen passiert etwas Unerwartetes: Die Partei legt in den Umfragen wieder zu. Im Senat stehen ihre Chancen ohnehin nicht schlecht. Zwar haben auch hier bereits drei Republikaner ihren Abschied angekündigt, doch die Staaten, in denen gewählt wird, neigen eher Trump zu als den Demokraten. Wie die Nachwahl in Alabama zeigte, ist das längst keine Garantie, aber strukturell ist die Präsidentenpartei in der oberen Kongresskammer im Vorteil.

Auch im volatileren Repräsentantenhaus bewegt sich etwas. Fast dreizehn Prozentpunkte lagen die Republikaner in Umfragen zu Jahresbeginn durchschnittlich hinter den Demokraten. Dieser Abstand hat sich mittlerweile halbiert. Erste Auswertungen sehen die Trump-Partei mittlerweile sogar vorne. Ausreißer womöglich, aber doch ein Indikator dafür, dass die erwartete „demokratische Welle“ nicht so sicher ist wie sie noch vor wenigen Wochen schien.

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